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© John Maeda
von
Franz Thek
LENTOS: Der Medienkünstler John Maeda zeigt seinen Zyklus "Nature"
Bits & Bytes statt Pinsel & Palette
Mit dem Zyklus "Nature" legt der US-Design-Kapazunder und seit zehn Jahren Informatik-Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT), John Maeda, eine beeindruckende Visitenkarte seiner künstlerisch-digitalen Arbeit vor. Der Medienkünstler ist heuer auch Kurator des Ars-Symposiums.

Einfach und komplex

Im Linzer Kunstmuseum Lentos gibt der erst 40-Jährige auf acht Leinwänden Einblick in seine Art von "Landschaftsmalerei" und stellt damit das heurige Thema der Ars Electronica, "Simplicity", visuell in den Raum und zur Debatte.

Maedas Credo zielt aber nicht allein auf Einfachheit und Komplexität, sondern bezieht sich auch auf die Selbstbestimmtheit von Computer-Nutzern in der Kunstsparte. Eine vorgefertigte Oberfläche zu verändern sei noch nicht kreativ, meint er. Erst wenn man mit Bits und Bytes per Du sei, könne man zur künstlerischen Arbeit schreiten.

Sein Augenblinzeln mit der Landschaftsmalerei solle als Metapher gesehen werden. Es gebe zwei Naturen, sagt er, und der Mensch stehe dazwischen. Der Computer ist also nur das Malerwerkzeug für die Darstellung einer Annäherung zwischen zwei Welten.

Bewegte Malerei

So kann man in den bewegten Bildern Maedas auch eine dokumentierte Genese von Wachsen, Erblühen und Veränderung sehen. In Sequenzen von eineinhalb bis vier Minuten entstehen Bilder, die von Zelluniversen bis zu Naturparadiesen berichten. Dazwischen bauen sich geometrische Formen auf, weisen Strichcodes den Weg wieder zum Floralen, verrinnen Farben zu neuer Blüte. Nicht ausgeklammert werden andere Elemente wie Feuer und Wasser in all ihren Formen.

Das Gezeigte animiert dazu, sich mit der Gedankenwelt des Künstlers auseinanderzusetzen, aber auch die eigene Sichtweise des Geschauten zu überprüfen. Ansatzpunkte werden in dieser Ausstellung reichlich geboten. Klar wird dabei auch, dass sich der Grafiker bei diesen Arbeiten nicht von ökonomischen Zwängen beeinträchtigen lassen muss. Sein elektronischer Pinsel pixelt frei und schwerelos durch den Rechner und erzeugt Bilder voller Poesie, der auch Segmente von Nachdenklichkeit über die echte Natur beigemengt sind.

Info: Bis 5. September von 10-19 Uhr; dann bis 25. September zu den regulären Lentos-Öffnungszeiten. www.lentos.at

OÖnachrichten vom 01.09.2006
 
   



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