Höchst
(VN-ag) Mit Helene Keller und Barbara Heltschl sind in der
Galerie im Winkel in Höchst zwei Tiroler Künstlerinnen zu Gast.
Das Thema Frau bildet einen Schwerpunkt in der Keramik von Helene
Keller (geboren 1957, lebt in Imst), die sich zwischen abstrakten
Objekten, zusammengesetzten Arbeiten und figurativen Darstellungen
bewegt.
Die in Höchst gezeigten neuen Arbeiten sind frei aufgebaute
Objekte, in verschiedenen Techniken (v. a. Raku) gebrannt. Während
die abstrakten Objekte am formalen Beispiel "Linse" das Verhältnis
von gewölbter Fläche und Kante in Spannung übersetzen, entwickelt
die Keramikerin in "Meta-Formen" das frühere Konzept der "Kugelfrau"
weiter. Was formal noch aufgeht, hinkt inhaltlich etwas nach, wenn
von "urweiblichen Aspekten der Zuneigung und Sanftmut" die Rede ist,
den kontrastierenden, hohen schlanken Formen aber immerhin noch "das
Kühle und das Unnahbare im weiblichen Wesensspektrum" zugestanden
wird. Eine ähnliche Gratwanderung unternimmt Helene Keller auch in
der Serie der prähistorischen Kultfiguren. Technisch zwar perfekt,
gelingt es ihr nicht immer, sich vom Vorbild bekannter Idole, z. B.
der Venus von Willendorf, zu lösen und schlüssige
Neuinterpretationen anzubieten.
Schön und vergänglich
Ungleich mehr Freiraum für den Betrachter bietet die
Malerei der ebenfalls in Imst lebenden Barbara Heltschl (geboren
1955). In farbstarken Mischtechniken auf Ölpapier, im Freilegen von
Farbschichten, tauscht sie in der Serie "Nur Namen" die Beliebigkeit
früherer Werke gegen die Namen(auflistungen) von Personen oder auch
Pflanzen, wie sie vor allem auch die zuletzt entstandenen
Blumenbilder prägen. Schönheit sieht die Künstlerin in ihnen, aber
auch Vergänglichkeit, und ordnet sie damit den Menschen zu. Ein
leicht schulmeisterlicher Duktus ist einigen dieser Blätter eigen,
die wie Fingerübungen wirken, während die Kombinationen aus Malerei
und Foto wesentlich freier scheinen und auch mehr Andockpunkte
beinhalten.
Helene Keller und Barbara Heltschl mit Keramik und
Bildern in der Galerie im Winkel in Höchst.