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Kunstberichte

Brückenbauer zwischen den Städten

Wien - Prag - Laibach: Josef Ple è niks architektonisches Lebenswerk im Rahmen von "Architektur im Ringturm"
Illustration
- Die „Dreibrücken“ in Laibach sind zwischen 1931 und 1933 entstanden.  Foto: Prelovšek

Die „Dreibrücken“ in Laibach sind zwischen 1931 und 1933 entstanden. Foto: Prelovšek

Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer

Drei Städte bestimmten das Leben des 1872 in Laibach geborenen Josef Ple è nik: Wien, wo er studierte, Prag, wo ihn Staatspräsident Tomáš Masaryk beschäftigte, und seine Heimatstadt, die er mit einem städtebaulichen Gesamtplan umgestaltete.

Die Ausstellung im Ringturm über den eigenwilligen Gestalter wurde von einem Kenner der Materie kuratiert: Damjan Prelovšek, dessen Großvater als Stadtbaumeister in Laibach die Bauten des Otto Wagner-Schülers ermöglichte.

Ple è nik gehört zu Wagners treuesten Schülern aus der Generation Josef Hoffmann und Adolf Loos und orientierte sich auch nach den in Wien gelernten Theorien Gottfried Sempers.

Seine Karriere begann er jedoch als fantastischer Zeichner und Möbeldesigner zwischen Historismus und Jugendstil. Die Bekanntschaft mit dem Fabrikanten Johann Evangelist Zacherl führte zu den ersten großen Wiener Aufträgen, von denen das "Zacherlhaus" am Bauernmarkt am bekanntesten ist.

Mit der nahezu klassizistischen Heilig-Geist-Kirche aus Stahlbeton in Wien-Ottakring machte er sich – trotz verspielter Jugendstildetails in der Krypta – keine Freunde. So kam es nach Aufträgen für private Villen 1911 zu seiner Übersiedlung nach Prag, wo ihm eine Professur an der Kunstgewerbeschule angeboten wurde.

Erst 1929 beauftragte ihn Staatspräsident Masaryk mit der Umgestaltung von Höfen, Stiegen, Gärten, Brücken und Brunnen in der Prager Burg.

Es gibt keinen anderen Architekten, der wie Ple è nik mit Balustraden, Säulen und Pyramidenformen umgehen konnte. Im Zuge jener damals wichtigen nationalistischen Symbolik entwickelte er einen eigenwilligen, unverwechselbaren Stil, der eher mit Manierismus als mit Moderne zu tun hat. Das Einbeziehen klassisch-antiker Prinzipien macht diese Mischung aber auch völlig zeitlos.

Unvergleichliche Werke

Wer einmal in und um Laibach die vielen Werke von Ple è nik gesehen hat, wird sie nicht so schnell vergessen. 1921 bis 1956 war er Professor an der Technik, seine Uferverbauung mit den unvergleichbaren "Dreibrücken" von 1931/33, das "Bügeleisengebäude", die Universitätsbibliothek und der Friedhof in Zale gehören wohl zu seinen besten und interessantesten Werken.

Aus der lokalen Bautradition wählte er Holz, baute auch damit Kirchen in der Umgebung, die bemalt und mit seinen Metallleuchtern geschmückt sind. Er beherrschte jegliches Material vom Marmor bis zu metallenen Flaschenverschlüssen. Diese ganz besonderen Eigenheiten bringen es mit sich, dass der ehemalige Schüler und Mitarbeiter Otto Wagners bis heute zu Recht besonders geschätzt wird.

Josef Ple è nik. Architekt in Laibach, Wien und Prag

Ringturm, Schottenring 30, 1010 Wien

Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr

Bis 8. September

Alleskönner.

Mittwoch, 28. Juni 2006


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