"Der Großteil meiner Arbeit befindet sich ja in Deutschland", meint der Künstler, der das Echo auf seine künstlerische Arbeit in Deutschland für weitaus stärker hält. "Klar, ich hab ja auch zwei Jahrzehnte lang in Deutschland unterrichtet, in Hamburg, Stuttgart und in Berlin und erst zum Schluss dann in Wien, und so ist das Interesse natürlich in Deutschland höher gewesen. Was nun aber gezeigt werden soll, ist, dass es auch in Österreich Sammler gibt, die sehr wichtige Dinge von mir haben."
Geliebte Arbeiten
Dass wichtige Werke von Hrdlicka in Sammlerbesitz sind, stellt der Künstler nicht ohne ein gewisses Bedauern fest: "Ich muss mich halt damit abfinden, dass ich von der Kunst lebe und Sachen verkauft habe, die ich nie verkaufen wollte". "Den "rechten Schächer" zum Beispiel, den er "in einem Anfall" vor ein paar Jahren verkauft habe, was er bitter bereue. Beim "linken Schächer" gibt es "keine Diskussion, der wird nicht verkauft". A
uch die Skulptur des "Luzifer" würde er nie hergeben. "Das ist eine Steinskupltur, die ich 1994 abrupt beendet habe. Alfred Zöttl hat sie jetzt in Bronze gegossen, und der leichter transportable Guss wird bei der Ausstellung zu sehen sein". Zu den Hrdlickas "aus der Sammlung Hrdlicka", die bei der Ausstellung zu sehen sind, zählt auch ein Porträt seiner ersten Frau, von dem er sich ebenfalls "nie trennen würde".
Was wird gezeigt?
Auf die Auswahl, die Kurator Peter Baum getroffen hat, ist Hrdlicka selbst gespannt. "Klar bin ich neugierig darauf, ich will mir den Spaß nicht verderben und schau sie mir erst an, wenn die Ausstellung aufgestellt ist. Neugierig bin ich auch auf ein Wiedersehen mit Schubert, mit den Arbeiten zur französischen Revolution und zur 48-er Revolution", so Hrdlicka. "Die Französische Revolution war für mich ja ein Kindheitstrauma, seit ich die Bilder aus einem Buch von meinem Cousin gesehen habe. Ich hab zum Beispiel keine einzige Zeichnung zur russischen Revolution gemacht, zu der ich doch als linker Mensch verpflichtet wär".
Derzeit ist Hrdlicka mit "König Kandaules" beschäftigt, wird er doch bei den
Salzburger Festspielen für die Inszenierung von Christine Mielitz die
Ausstattung der Zemlinsky-Oper gestalten. "Im Augenblick beschäftigt mich die
Vorgeschichte von Kandaules. Das Thema ist ja 2.500 Jahre alt. Ich werde sicher
nicht die Handlung illustrieren." "Ich bin nicht der Bühnenbildner, der Entwürfe
macht und sie dann durchführen lässt, ich hab alles immer selbst gemacht und
gezeichnet, und das ist jetzt natürlich ein Problem", meint Hrdlicka und spielt
damit auf seinen derzeitigen Gesundheitszustand an, der "Herkulesarbeiten" nicht
mehr erlaubt. (APA)
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derStandard.at