Eröffnung des Österreichischen Kulturforums in New York
Morak würdigt Abraham
Mit einer feierlichen Zeremonie ist am vergangenen Donnerstag
das österreichische Kulturforum in New York offiziell eröffnet worden.
Kulturstaatssekretär Franz Morak würdigte in seiner Rede die
"herausragende Leistung" des Architekten Raimund Abraham. "Sein Entwurf
entspricht dem Ziel des Österreichischen Kulturforums, ein Ort der
Zusammenarbeit, neuer Ideen und neuer Formen zu sein", sagte Morak. Die
Eröffnung sieht Morak auch als "symbolische Geste der österreichischen
Solidarität" mit New York nach den Terroranschlägen des 11. September.
Als Ehrengäste aus Österreich waren zur Eröffnung nach New York u. a.
der ehemalige Vizekanzler Alois Mock und der Wiener Kulturstadtrat Andreas
Mailath-Pokorny sowie Peter Marboe gekommen. Finanzminister Karl-Heinz
Grasser hatte eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung das Gebäude
besichtigt und dabei den Architekten Abraham wegen dessen Wechsels der
Staatsbürgerschaft scharf kritisiert und ihm Mitverantwortung für die
hohen Baukosten vorgeworfen. Der Architekt habe die Kostensteigerungen des
Projekts mitzuverantworten, sagte Grasser. Die Baukosten des Kulturforums
seien von ursprünglich projektierten 10 Mill. Dollar im Jahr 1992 nun auf
30 Mill. Dollar (33,8 Mill. Euro) angewachsen. Kunststaatssekretär
Morak verteidigte am Rande der Eröffnungsfeierlichkeiten den Architekten
mit den Worten: "Abraham hat viel für Österreich geleistet, die Frage der
Staatsbürgerschaft des Architekten sollte man nicht überbewerten".
Morak würdigte in weiterer Folge den ehemaligen Außenminister Mock und
dessen Nachfolger Wolfgang Schüssel, den heutigen Bundeskanzler, ohne
deren "Beharrungskraft" dieses "ambitionierte Projekt" nicht möglich
gewesen wäre. Die Kulturstadträtin der Stadt New York, Kate D. Levin,
verlas eine Grußbotschaft von Bürgermeister Mike Bloomberg, in der dieser
den 18. April 2002 zum "Tag des Österreichischen Kulturforums" erklärte.
"Das österreichische Kulturforum ist ein wunderbarer Beitrag zur
künstlerischen Atmosphäre unserer Stadt", würdigte Bloomberg. In
künstlerischer Hinsicht macht im Zuge des dreimonatigen
Eröffnungsprogramms "Transforming Modernity" die neue Installation "Wide"
vom Medienduo Granular=Synthesis den Auftakt. Die Feier selbst hatte
in dem 20-stöckigen Haus zwei Schwerpunkte: Im Galerieraum, der sich vom
Untergeschoß vertikal über zwei nach unten offenen Mezzaninräume
erstreckt, konnte man sich nicht nur an österreichischen Leckerbissen
laben, sondern auch der "akustisch-architektonischen Intervention" von
Christof Cargnelli und Peter Szely lauschen. Im zweiten Stock wurde der
Theaterraum vom Klangforum Wien in einem Musik-Marathon zum ersten Mal vor
Publikum bespielt. Das Klangforum Wien präsentierte in insgesamt zehn
Konzertblöcken, die sich über sieben Stunden erstreckten, einem
beeindruckten Publikum die hervorragende Akustik des intimen Theaterraums.
Insgesamt wurde ein sehr österreichisches Event geboten. Nicht im
Sinne der traditionellen Werte, die das amerikanische Publikum sonst mit
Österreich assoziiert, sondern im Sinne eines heutigen, innovativen und
für die New Yorker Kunstwelt neuen Bilds von Österreich.
Erschienen am: 22.04.2002 |
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