19.12.2002 12:07
Kristian Sotriffer 70-jährig gestorben
Wiener Kunstkritiker und Kunstbuchverleger
Wien - Der bekannte Wiener Kunstkritiker und
langjährige Programmchef des Tusch-Kunstbuchverlags Kristian Sotriffer ist in
der nacht auf Donnerstag in einem Wiener Spital 70-jährig an einer
Krebserkrankung gestorben.
Kristian Sotriffer wurde am 3. Oktober 1932
in Bozen/Südtirol geboren. Als Auswanderer-Kind absolvierte er seine Schulzeit
ab 1943 an mehreren Orten in Deutschland. 1951 begann er eine Verlagslehre in
Stuttgart. Es folgten eine Druckereiausbildung, ein Volontariat in einer
Buchhandlung und der Besuch der Deutschen Buchhändlerschule in
Köln.
Von München nach Wien
Von 1954 bis 1956 arbeitete
Sotriffer beim Piper-Verlag in München und beim Buchheim-Verlag in Feldafing.
Daneben war er schriftstellerisch für Zeitungen und Zeitschriften tätig. Ab 1957
folgte eine Beschäftigung beim Wiener Schroll-Verlag, von 1959 bis 1961 war er
Kunstkritiker der Zeitschrift "Heute". Von 1962 an war Sotriffer Kunstkritiker
der "Presse".
Sotriffer wurde u.a. mit dem Volksbildungspreis (1977), dem
Professoren-Titel (1986) und dem Österreichischen Staatspreis für
Kulturpublizistik (1994) ausgezeichnet. 1986 wurde ihm der Professoren-Titel
zuerkannt. Im November wurde er mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um
das Land Wien ausgezeichnet. An der Verleihung konnte er krankheitsbedingt nicht
mehr teilnehmen.
Zahlreiche Publikationen
Unter seinen
Publikationen finden sich zahlreiche Künstlermonografien sowie Bände wie "Die
Druckgraphik - Entwicklung, Technik, Eigenart" (1966), "Die verlorene Einheit.
Haus und Landschaft zwischen Alpen und Adria" (1978) oder "Heu & Stroh. Ein
Beitrag zur Kultur- und Kunstgeschichte" (1990).
In einer ersten Reaktion
meinte Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder, dass sich Sotriffer "einen
bleibenden Platz in der Kunstgeschichte erworben" habe. "Auf dem breiten und
tiefen Fundament seines kunstgeschichtlichen Wissens bot jede noch so knapp
formulierte Marginalie einen überraschenden und präzisen Einblick in die Kunst",
die ihm "Lebenselixier" gewesen sei. Sotriffer werde "dem österreichischen
Feuilleton als gültiger Maßstab fehlen". (APA)