Diese Jahr geht der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erstmals an keinen Autor, sondern an den deutschen Künstler Anselm Kiefer. In der Begründung des Stiftungsrats heißt es, man ehre mit Kiefer "einen weltweit anerkannten Künstler, der seine Zeit mit der störenden moralischen Botschaft vom Ruinösen und Vergänglichen konfrontiert."
Auf große Texte anspielen
Die starke Resonanz seines Werks beruhe auf der Fähigkeit, "eine Bildsprache zu entwickeln, die aus dem Betrachter auch einen Leser macht. Denn wie stark sich Kiefer mit Literatur und Poesie auseinandersetzt, führen nicht nur die Installationen vor, die unentwegt auf große Texte anspielen. Er hat das Buch selbst, die Form des Buches, zu einem entscheidenden Ausdrucksträger gemacht", so die Begründung.
Anselm Kiefer zählt zu den wichtigsten deutschen Künstlern der Gegenwart. Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am 19. Oktober in der Paulskirche statt. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Zu den bisherigen Trägern der Auszeichnung zählen Orhan Pamuk, Susan Sonntag, Jürgen Habermas und Mario Vargas Llosa.
(Ag./Red.)
Artikel drucken