29. Juni 2010 - 00:04 Uhr · · Kultur

Auch Autos ecken an in ihrem kurzen Leben

Auch Autos ecken an in ihrem kurzen Leben

Die wohl schönsten Sonnenuntergänge in Linz kann man derzeit am OK-Dach genießen, wo Hängematten zum Verweilen einladen. Oder, um auf den „Begeisterten Parkschaden“ zu warten, eine Performance von David Moises. Eigens für die Triennale hat der Absolvent der Kunstuniversität Linz ein Auto umgebaut: Fahrer- wie ziellos geistert es im Schritttempo durch das (leere) Parkhaus (Deck 14). Einzig Hindernisse bestimmen seine Richtung. Da und dort eckt es an, nach einer etwas direkten Begegnung mit einer Säule setzt es namenlos seinen ziellosen Weg fort, um sein Nummernschild ärmer und um ein paar Kratzer und Beulen reicher.

Noch bis zum 7. Juli lässt die allabendliche Geisterfahrt staunen, schmunzeln, Liebhaber der Gefährten auf vier Rädern mitunter schmerzlich zusammenzucken ob des makaberen Akts grausamer Selbstverstümmelung. Ob es dreißig heitere oder bittere Minuten werden, liegt ganz im Auge des Betrachters. Allzu sehr Mitleidende mögen ihre Ruhe wiederfinden beim Blick über die Dächer von Linz: Der Linz09-Höhenrausch-Parcours lädt wieder zum Rundgang ein. (kasch)

Info: Bis 7. Juli, tgl. 19.30 Uhr, www.triennalelinz.at
Quelle: OÖNachrichten Zeitung
Artikel: http://www.nachrichten.at/nachrichten/kultur/art16,420795
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