
Do,
11.10.2001
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"It's Teatime"
Neues
in der Werkstätte für Gestaltung
Dornbirn (VN-ag) Wenn die Tage
kürzer und dünkler werden, dann vermag kaum etwas mehr Trost und
Ruhe zu spenden als eine dampfende Teekanne. Dass die Teekanne auch
der Keramiker liebstes Kind ist, beweist die aktuelle Ausstellung
rund um das Thema "Tee", die die Dornbirner Werkstätte für
Gestaltung zeigt.
Dass im angewandten Bereich der Kunst momentan kaum
etwas passiert in Vorarlberg, ist Fakt. Umso wohltuender registriert
man die Bemühungen von Susanne Gall, immer wieder qualitativ
Hochwertiges, sowohl was Form als auch Funktion anbelangt, in ihre
Werkstätte für Gestaltung zu bringen. Mit "Tee" hat sie sich einem
Thema angenommen, welches viele Designer, und insbesondere
Keramiker, über längere Zeiträume beschäftigt. Während im fernen
Osten das Tee-Zeremoniell als Ritual gefeiert wird, und das
wohlsituierte England zum "Five o'clock Tea" bittet, entwickelt sich
in unseren Breitengraden die Teekultur zwar langsam, aber doch
stetig.
Mehr als ein Behältnis
"Wie die Zeremonie des Teetrinkens viel mehr ist als nur
die Summe ihrer einzelnen Schritte, so hat sich auch die Form der
Gefäße zu mehr als nur einem Behältnis für Teeblätter und Wasser
entwickelt" (Susanne Gall). Mit einer Auswahl von neun
Künstler(innen) (darunter auch neue Namen), die sich des Themas
"Tee" auf verschiedene Weise annehmen, zeigt die Ausstellung ein
breites Spektrum an technischen Möglichkeiten, und ergo auch
formalen Lösungen.
Die Bandbreite reicht von den ungewohnt schlanken Formen des
dänischen Labels "Kosmos", über die mit Stielkannen sehr japanisch
inspirierten Objekte von Martina Zwölfer, bis hin zu den in vitaler
Raku-Technik gebrannten Teeschalen und -kannen von Maria Jansa oder
Birgit Hasse. Ungewöhnlich was die Technik anbelangt, ist die
traditionell hergestellte, im Holzofen hochgradig gebrannte,
salzglasierte Steinzeugware der Deutschen Ute Dreist.
Vererbte Rezeptur
Während die orientalisch anmutenden Kannen von Martin
Kunze Großzügigkeit suggerieren und Frank und Grete Geffke feinste
Porzellanvariationen mit raffinierten Henkel- bzw. Ausgusslosungen
zeigen, besticht das schlicht-schöne Teeservice von Hausherrin
Susanne Gall formal, aber auch durch eine Glasur, deren Rezeptur sie
von einem Keramik-Altmeister vererbt bekommen hat. Die kunstvoll
gefilzten Warmhaltehauben der Dornbirnerin Renate Duregger erinnern
manchmal mehr an bunte, organische Skulpturen, denn an simple
Haushaltsobjekte. Zusammen mit handgewobenem Leinen komplettieren
sie den Präsentationsrahmen von "Tee".
Angewandte Kunst zum Thema Tee. (Foto: A.
Grabher)
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