| Lebt und arbeitet überall | |
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Für seine übergreifende Tätigkeit als Künstler und Grafik-Designer
erhält Florian Pumhösl den Otto-Mauer-Preis.
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Fragen nach alternativen Lebensentwürfen
und politischen Utopien sind Leitmotive im Werk des 1971 geborenen Florian
Pumhösl. Solche Themen aufzugreifen, bedeutet für ihn aber nicht einfach,
Agitation zu betreiben. Vielmehr beschäftigt sich Pumhösl, der an der
Wiener "Angewandten" studiert hat, mit Zeitgeschichte, mit Design und
Architektur. Ähnlich wie ein Forscher sucht er nach historischen Momenten,
in denen die Rede von einer besseren Zukunft war und fragt, wie das in der
Gestaltung des Alltags zum Ausdruck kam.
Wohnen in Afrika Für seine Ausstellung im Sommer in der Wiener Secession zum Beispiel hat
er Zitate aus der Moderne zu einer Installation zusammengefügt. Darunter
auch eine Skulptur des britischen Künstlers Henry Moore. Florian Pumhösl
machte daraus modulare, in Beton gegossene Teile, die eine Wohnsituation
in Madagaskar wiedergeben sollten.
Durch solche Aufbauten schafft Pumhösl künstlerisch gestaltete
Erzählungen, in denen es um eine gesellschaftliche Aufbruchsstimmung geht.
Dabei interessieren ihn unter anderem Entwicklungen in der sogenannten
Dritten Welt. Zum Beispiel hat er in einem Video das Gebiet des Stausees Lac Mantasoa
in Madagaskar untersucht, ein Areal auf dem Mitte des 19. Jahrhunderts ein
riesiger Industriekomplex entstehen hätte sollen. In Zuge antieuropäischer
Politik wurden die Gebäude dann wieder zerstört und verfielen. Politisches Selbstverständnis
"Es ist ein wichtiger Aspekt einer politischen Lebensqualität, dass im Kunstbereich ein sehr hoher Bewusstseinsgrad herrscht", sagt Pumhösl. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit wurde Florian Pumhösl auch als
Grafik-Designer bekannt. Zum Beispiel hat er das Layout-Konzept für die
Kunstzeitschrift springerin mitentwickelt. Außerdem gibt er die
theoretische Schriftenreihe Montage heraus. Für diese übergreifende
Tätigkeit hat ihn nun die Jury des Otto-Mauer-Preises gewürdigt. Verliehen
wird er an Florian Pumhösl am 30. November. Der Otto-Mauer-Fonds, vergibt diese mit 150.000 Schilling dotierte
Auszeichnung für bildende Künstler unter 40 Jahren heuer zum 20. Mal. Link: Kunsthalle Wien | ||||||||