"Wiener Musterzimmer" im Belvedere
Die entstandenen Musterzimmer, die bis 24. Jänner in der Orangerie des Unteren Belvederes zu sehen sind, sind so unterschiedlich wie die beteiligten Künstler. Gleich sind die Maße: 384 mal 384 mal 271,5 Zentimeter groß sind die Kuben, die in der Orangerie stehen. Der Rest war den Künstlern überlassen, die Gestaltung sollte in allen Details aufeinander abgestimmt sein.
Peter Kogler überzieht alle Außen- und Innenwände mit seinen unverwechselbaren, repetitiven Monochrom-Pattern, und ein Teppich als einzige Ausstattung neben einer nackten Glühbirne verweist mit seinem Hirn-Muster wohl auf Wien als Entstehungsort der Psychoanalyse. Die in Wien lebende Amerikanerin Lisa Ruyter verschreibt ihre bildliche Auseinandersetzung mit einer jubelnden Menschenmenge durch Farbgebung und Musterhaftigkeit einer dezidierten Pop-Ästhetik, ganz am anderen Ende der Orangerie schwelgt Gilbert Bretterbauer in einer heutigen Annäherung an psychedelischen Hippie-Schwulst.
Esther Stocker hingegen zieht scharfe Raster - und hebelt damit in der für Köb „signifikantesten Arbeit“ die herkömmlichen Raumvorstellungen aus, indem alle fünf Wände des Kubus (eine Seite ist offen) gleichberechtigt behandelt werden. So scheint ein Tisch in der Horizontalen auf einer Seitenwand zu stehen, Leuchtkörper könnten in alle Raum-Richtungen orientiert sein. Auch Gerwald Rockenschaub hat sein Musterzimmer radikal gedacht - denn bei ihm bleibt der schwarz-weiß-blau gemusterte Würfel verschlossen, ein Möbelstück steht außen.
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