| Eine singuläre Frau | |
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Zaha Hadid ist die einzige weibliche Erscheinung am Himmel der
Star-Architekten. |
Aus ihren Augen blitzt jene Energie, aus
der die 1950 in Bagdad geborene Architektin Zaha Hadid ihre singuläre
Position erobert hat.
"Es ist sehr schwierig für Frauen. Ich werde oft gefragt, ob ich Glück
gehabt hätte. Aber ich glaube, man muss als Frau doppelt so hart arbeiten
und doppelt so gut sein wie die Kollegen. Natürlich sind die meisten
Architekten Männer. Und die bilden ihre Seilschaften, treffen sich bei
allen Gelegenheiten und diskutieren die wichtigen Dinge miteinander. Aber
das wird sich ändern", meint Hadid. Meister-Theoretikerin Hadid gilt als Meister-Theoretikerin des Dekonstruktivismus. Dazu
erklärt die Architektin, die seit dem Herbst 2000 an der Universität für
Angewandte Kunst in Wien lehrt: "'Deconstruction' war der Titel einer Ausstellung, die vor 15 Jahren im
Museum of Modern Art stattfand. Das war natürlich eine Herausforderung für
die konventionellen Methoden. Mehr nicht. Aber wenn man alles ändern will,
dann hat man die Verantwortung, etwas Neues zu erfinden. Und das hat
damals niemand geglaubt, dass es möglich sei, die Formensprache radikal zu
verändern. Aber es war möglich." Heimat Irak Über ihre Heimat Irak ist Zaha Hadid alles andere als glücklich. Sie
hofft nun auf keine religiöse Regierung, sondern auf die Installierung
einer Demokratie. Denn im Irak lebten Christen, Juden und Moslems seit
jeher friedlich zusammen, meint Hadid. Und der religiöse Fanatismus sei
ein relativ junges Phänomen. Liberales Elternhaus Zaha Hadid wuchs in einem sehr liberalen Klima auf. Ihre Eltern waren
zwar Moslems, sie selbst besuchte aber eine christliche Schule. "Es ist nicht die gesamte arabische Welt fanatisiert. Das sieht nur für
die westlichen Länder so aus. Es ist wie im Westen - hier gibt es sehr
viele Christen und trotzdem sind sie nicht alle Fanatiker. Für mich besagt
es auch nicht sehr viel, wenn Frauen im Irak einen Schleier tragen. Wenn
die Tiroler ihre Trachten tragen, sind sie auch nicht verzopfter als
andere. Mit dem Schleier kann man sich auch gegen die Sonne schützen." Ein Gegensatz zum Westen Für eine Frau im Westen sei es ungewöhnlicher eine Architektin zu sein,
als für eine Irakerin, meint Hadid. Alle ihre einstigen Schulkolleginnen
seien heute Ärztinnen, Elektroingenieurinnen oder Pharmazeutinnen. Mit 15 nach England Mit 15 ging Zaha Hadid nach England ins Internat. Später studierte sie
in London, wo sie danach zehn Jahre lang unterrichtete. Ihre Partnerschaft
mit Rem Koolhaas dauerte zwar nur sechs Monate, war aber sehr förderlich
für ihre Karriere, wie sie sagt. Heute ist für Zaha Hadid alles möglich - auch ein Großbau wie das
Museum für zeitgenössische Kunst in Rom mit 30.000 Quadratmetern
Ausstellungsfläche, dessen Baubeginn erst kürzlich stattfand. Und die
diesem Projekt zu Grunde liegenden geometrischen Beziehungslinien, deren
Vektoren das Gelände wie Strömungen durchziehen, sind auch die Basis ihrer
spektakulär gestalteten Website. | ||||