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| 11.04.2005 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Galerie Kargl: Ballspiele - Lisa Ruyter: Kinderspiele - Ruyter Project: Stadtspiele | ||
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In Zeichnungen und Skulpturen setzt Ina Weber
fotografische Schnappschüsse von Gebäuden um. Dabei interessieren die
Wahlberlinerin nicht die architektonischen Highlights sondern die
Beliebigkeiten der Baukunst bis hin zur Verunglimpfung. Zeichnete sich z.
B. der Frankfurter Ostbahnhof vor seiner Zerstörung im Jahr 1944 durch
eine der größten freischwebenden Hallenkonstruktionen aus, befindet sich
der schmucklose Neubau von 1961 heute in einem trostlosen, verwahrlosten
Zustand. Auch die übrigen auf transparentes Entwurfspapier gebannten
Funktionsbauten wie ein Kölner Kindergarten oder ein griechisches Hotel
sind vor allem eines: architektonische Missverständnisse,
Funktionalismus-Gläubigkeit gepaart mit wahnwitziger Dekorationswut. Indem
Weber in den Zeichnungen die Topologie ausblendet und sich mitunter an
nicht objektivierbaren, schrägen Achsen orientiert, entsteht der Eindruck
unstatischen Schwebens (1870-3080 €). Im Untergeschoß der Galerie laden
zwölf Minigolfbahnen, deren Hindernisse aus Gebäudemodellen bestehen, zum
spielerischen Umgang mit Kunst ein (99.000 €). Auch sie lassen in Weber
nicht die entrüstete Architekturkritikerin erkennen, sondern zeugen von
Ironie, Witz und Heiterkeit in Bezug auf die oftmals nur schwer
verdaulichen theoretischen Ansprüche innerhalb der Zitierkunst. (Bis
16. 4., Schleifmühlg. 5, Wien 4) Lisa Ruyter: KinderspieleTam Ochiais Zeichnungen sprechen sich für eine bewusste
Rückkehr zur kindlichen Formensprache aus und drängen im positiven Sinne
zu Einfachheit. Dem widerspricht erst einmal der Titel seiner ersten
Einzelausstellung in Österreich: "The back part of something, or something
that is connected to the back of something, especially something that is
moving away from you". Umrissen in zartem Buntstift oder Bleistift
bespielen elfenhaft fragile Geschöpfe die nicht eindeutigen Szenerien des
Japaners. Einsamkeit als romantisches Grundgefühl scheint darin durch.
"Bilder sollten, wenn sie funktionieren, diese ungeheure Intensität der
Stille haben, eine aufgefüllte Stille oder Leere", hat der belgische Maler
Luc Tuymans einmal gesagt - ein Satz, wie zugeschnitten auf das Schaffen
Ochiais. Und Bildkontemplation ist kein ausgestorbenes Wort mehr. Das
Belanglose darf sich in den Vordergrund schieben, ohne Großartiges zu
verbergen (850-3600 US$). (Bis 16. 4., Wiedner Hauptstraße 23-25,
Wien 4) Ruyter Project: StadtspieleAmerikanische Vorstädte sind nicht nur proper, wohlhabend
und herausgeputzt. Hinter den Fassaden der US-Mittelstandsgesellschaft
verbirgt sich oft Langeweile, Gleichgültigkeit und Gewalt. Bill Owens
Schwarzweißaufnahmen aus den 70er Jahren geben der amerikanischen
Tradition der sozialen Dokumentarfotografie folgend suburbane
Alltagsszenerien wieder. In die Vorstadtidylle aus Barbecues, Garage Sales
und Einweihungsfeiern bricht der New Yorker Shooting-Star Banks Violette
mit seiner schwarzen, inhaltsleeren Reklametafel. Sie verkörpert die
Kehrseite des American Dreams. Stephen Shearer aus Kanada erinnert mit
seinen an der Decke des Raums angebrachten Postern von Rockstars an die
verschlunzten Stunden im Jugendzimmer. Und der Brite Adam McEwen
mystifiziert in gefälschten Zeitungsporträts lebende amerikanische Stars
wie Nicole Kidman oder Rod Steward, indem er sie tot schreibt. (Bis
23. 4., Waaggasse 5/1/6, Wien 4) Manisha Jothady |
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