Die "Tante Dorothee" im Netz

"Zum Ersten, zum Zweiten und verkauft an..." heißt es ab sofort nicht mehr nur in den realen Auktionshäusern des Dorotheums. Seit 1. Februar können Kaufinteressenten auch im Internet bieten.


Ermöglicht wird der Internet-Auftritt des traditionsreichen Dorotheums durch ein Kooperationsabkommen mit dem neuen österreichischen Internet-Auktionshaus http://www.onetwosold.at/. Ersteigert werden können dabei neben zahlreichen Raritäten auch Comics oder etwa historische Fotoapparate. Das virtuelle Auktionshaus soll rund um die Uhr geöffnet bleiben und wöchentlich mit neuen Angeboten aufwarten.

Dorotheum-Generaldirektor Alfred Karny sah bei einer Pressekonferenz am Mittwoch darin vor allem die Chance, die Auswahl des Hauses "einem breiten Interessentenkreis näher zu bringen". Sprich: Gewinnmaximierung durch Unabhängigkeit von der Raum-Komponente.

Mitsteigern vom Heimatort aus

Michael Fried, Geschäftsführer von OneTwoSold, betonte die Chancen der neuen Zusammenarbeit: "Zum einen haben Dorotheumskunden aus ganz Österreich nun die Gelegenheit, online von ihren Heimatorten aus mitzusteigern, zum anderen erhalten viele, vor allem junge Leute, die Möglichkeit, über das Internet und über OneTwoSold ins Dorotheum zu finden." Das Auktionshaus wiederum bringe die Fachkenntnis seines Expertenstabs ein, wodurch die genaue Beschreibung der angebotenen Objekte sowie die Prüfung durch Schätzmeister sichergestellt werde.

Die Teilnahme an der Online-Auktion steht sowohl Privaten als auch Gewerbetreibenden offen. Das Mitbieten ist dabei sowohl für Käufer als auch für Verkäufer kostenlos, Provisionsgebühren fallen keine an. Trotzdem wird man sich um das Dorotheum keine Sorgen machen müssen. Schließlich erreichte das Auktionshaus 1999 mit 840 Millionen Schilling Versteigerungsumsatz ein historisches Rekordergebnis.

Einzig eine laufende Überprüfung des Dorotheums durch eine Historikerkomission bezüglich seiner Aktivitäten während der NS-Zeit könnte die nun auch durch den aufwendigen Netzauftritt gehobene Stimmung trüben. Grundlage dafür sind die Recherchen eines vom Auktionshaus beauftragten Wissenschafter-Teams, die im Jänner dieses Jahres an die Historikerkommission weitergeleitet wurden, der Öffentlichkeit jedoch nicht bekanntgegeben wurden.

Auktionen können politisch sein

Weder im Dorotheum, noch im Internet, sondern in den Räumlichkeiten der Wiener Kunstauktionen im Wiener Palais Kinsky findet am 17. Februar um 18.30 Uhr eine Auktion zur finanziellen Unterstützung jener Großkundgebung statt, die die Demokratische Offensive und SOS Mitmensch für Samstag den 19. Februar (18.00 Uhr) am Wiener Heldenplatz planen. An der Auktion beteiligen sich eine Reihe prominenter österreichischer Künstler - wie Hermann Nitsch, Brigitte Kowanz, Eva Schlegel, Christian Ludwig Attersee und Alfred Hrdlicka - und Galeristen wie Charim Klocker, Thaddäus Ropac und Ernst Hilger.

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