Poetisch, logisch und humorvoll

"Die Kunst ist wie ein Wecker, der uns aufrüttelt. Ohne Kunst gibt es keine Zukunft", so Preisträger Keith Tyson.


Der diesjährige Turner-Preis für britische Gegenwartskunst ist am Sonntagabend in London an den Künstler Keith Tyson (33) verliehen worden. Der mit 20.000 Pfund (31.363 Euro) dotierte - und häufig umstrittene - Preis gilt als die renommierteste britische Auszeichnung für Gegenwartskunst. Er wurde Tyson in der Kunsthalle Tate Modern von Daniel Libeskind, Architekt des Jüdischen Museums in Berlin, überreicht.

Tyson, dessen Werke stark von Elementen aus Wissenschaft, Philosophie und Science Fiction geprägt sind, ist seit Jahren der erste Maler, der den Preis erhält. In den letzten Jahren hatten Konzeptkünstler im Vordergrund gestanden.

Keith Tyson vor seinen Gemälden
Keith Tyson vor seinen Gemälden "Bubble Chambers" / ©Bild: APA

Preis für zwei identische Gemälde

Die Jury wertete Tysons Schaffen als "poetisch, logisch, humorvoll und fantastisch". Er erhielt den Preis für zwei identische Gemälde, die sich nur durch die auf ihnen niedergekritzelten Worte unterscheiden.

Tyson ist vor allem dafür bekannt, dass er einen Computer mit Daten füttert, die dieser willkürlich zu neuen Begriffen zusammensetzt. So entstanden zum Beispiel zwei Säulen mit surrenden Computer-Elementen und ein in Blei gegossenes Menü einer Schnellrestaurant-Kette.

Keith Tyson bei der Turner-Preis-Verleihung / ©Bild: APA
Keith Tyson bei der Turner-Preis-Verleihung / ©Bild: APA

Vier Künstler in der Auswahl

Für den Preis waren vier junge britische Künstler in die Endausscheidung gekommen. Ihre Beiträge waren zuvor vom britischen Kunstminister Kim Howells als "kalter, mechanischer, konzeptioneller Mist" verurteilt worden. Keith Tyson sagte bei der Verleihung, Kunst ohne Kontroverse könne es nicht geben.

Lesen Sie dazu mehr in Künstler kontern

Links:
Keith Tyson
Tate Modern
Turner Prize 2002

Radio &sterreich 1