Wien - Als "Foundation(s)quartier" firmieren ab 1. Jänner 2008 die BAWAG Foundation und die Generali Foundation gemeinsam an der bisherigen Adresse der Generali Foundation. Die beiden Institutionen für zeitgenössische Kunst sollen ihr jeweiliges Profil behalten und werden unabhängig voneinander weiterbestehen, sagten BAWAG-Chef Ewald Nowotny und Generali-Österreich-Leiter Luciano Cirina am Mittwoch bei der Pressepräsentation der letzten BAWAG-Schau am alten Standort.
Während die bisherige Leiterin der BAWAG Foundation, Christine Kintisch, mitübersiedelt, will ihr Gegenüber bei der Generali Foundation, Sabine Breitwieser, die Veränderungen nicht mitmachen: Sie "trägt diese Lösung nicht mit", sagte Cirina, und wird nicht mehr zur Verfügung stehen. Der Posten wird neu ausgeschrieben. Breitwieser hat fast zwei Jahrzehnte die Geschicke der Generali Foundation, deren erste künstlerische Leiterin sie ist, geführt.
Details über die Umstrukturierung
Nowotny und Cirina gaben Details über die Umstrukturierung bekannt. Dabei sollen die beiden Foundations in ihrem Quartier eher wie eine "Wohngemeinschaft" agieren, sagte Nowotny: Die Individualität beider Institutionen bleibe erhalten, sie werden aber gemeinsame Infrastruktur nützen und sollen einander "gegenseitig bereichern". Die Verantwortlichen hätten eine "faire Lösung" gefunden, wie "Kosten und Nutzen" des gemeinsamen Standortes aufgeteilt würden. Formal werden die personellen und strukturellen Ressourcen in einer gemeinsamen "Foundation(s)quartier GmbH" zusammengeführt. Geschäftsführer werden Alfred Zellinger (BAWAG PSK) und Wolfgang Steinwendner (Generali) sein.
Inhaltlich soll es "unverändert weitergehen", sagte Nowotny. Es müsse nicht strikt an einer abwechselnden Bespielung festgehalten werden, die Räume der Wiedner Hauptstraße lassen sich auch flexibel teilen, um etwa gleichzeitige Ausstellungen möglich zu machen. Wie die beiden von der Ausrichtung her doch sehr unterschiedlichen Institutionen inhaltlich zusammenpassen, werde man sehen: "Wie der Kuchen schmeckt, weiß man erst, wenn man ihn gegessen hat", sagte Kintisch. Beide Foundations würden am gemeinsamen Standort ihre Profile zu schärfen versuchen, prognostizierte Steinwendner, der Gründungsvorstand der Generali Foundation ist. Er hoffe auf dadurch entstehenden "Qualitätswettbewerb".
Dass man mit dem zentralen Standort auch Besucher verlieren werde, fürchtet Nowotny nicht: "Das Publikum, das beide Foundations ansprechen, ist kein Laufpublikum, sondern ein wissendes", so Nowtony. Die BAWAG Foundation werde "wie so viele Galerien ins Freihausviertel ziehen". Was in die Räume am Tuchlauben kommt, ist vorerst ungeklärt. (APA)