Ausstellungen |
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| 63 | Graz: Remenber Ansgar Martin Richter | ||
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Ansgar Schnitzer, dem diese Ausstellung gewidmet ist, starb 1993. Umso erstaunlicher der vermittelte Grundtenor , der zeigt - und das gibt die Show mehrfach zu verstehen - wie ein Künstler jenseits posthumer Abfeierungstaktiken seinen singulären Status beibehalten kann. Inspiriert durch Comics, Punk und diverse Trivialkulturphänomene steht die Person für personifizierte Subkultur, als Musiker, bildender Künstler und Autor ebenso, wie als Kernphysiker. Die Ausstellung zelebriert dies auf drei Ebenen - seinem augenscheinlichen Lebens-Lustprinzip folgend: zum einen als Ausstellung mit Ansgar Schnitzers Arbeiten (er selbst verstand sich nicht als Künstler), zum anderen als Hommage mit rund 20 Beiträgen von Künstlern, Musikern und Wissenschaftern und zum dritten als eine daraus resultierende Geschichtsschreibung überLifestyle einer KünstlerInnengruppe im Sozialgefüge Graz der 80er Jahre. Im vorwiegend erlebnisbetonten Dokumentationsteil geben Konzertmitschnitte( "Never mind the 80ies" so der Titel einer erwerbbaren CD ) und Filmprojekte (als performative B-Movies zu umschreiben), Aktionen oderseine legendären Geschenke - kleine grelle Holz-Fetische, Surrogate für Wunscherfüllungen, an Freunde oder Politiker - eine konzentrierte Sichtung auf Ansgars Vorliebenfür das Absurde, Zynische und politisch völlig Unkorrekte. Die Beiträge der Künstlerfreunde hingegen beschreiben sein Lebens-und Arbeitsprinzip in Form von Antworten und Fragen. Entscheidend istzweifellos das emotionale Setting. Bilder, Geschichten oder Briefe erweisensich als Ausgangsmaterial für die Konzeption der Arbeiten - und orten Ansgar bisweilen sogar als secret inspirator für ein OEvre ( wie Pipilotti Rist im vierseitigen Insert"Ansgar ist Sonnengott" der Zeitschrift "DU" schon 1997 beweist). Arbeiten von Peter Sandpichler, "Spaceship Ansgar", oder Michael Zinganels"Auf die Dauer einfach schlauer" - Villa Knox (aus Fix und Foxi, imstilisierten Kartonnachbau) veranschaulichen Ansgars Liebe zu Comics, Astronauten und liebevoll aufbereiteten Wissenschaftsmagazinen aus den 70er Jahren alá"yps". In diesem ritualisierten "Return to sender"-Prinzip, das die Ausstellung durchgehend bestimmt, verweist das einzelne Objekt auf Ansgar und reflektiert zugleich persönliche Geschichte mit der Person. Bewegung solcher Art stehen einer "objektivierenden Kontextualisierung" gegenüber - nicht nur grell und bunt, wenn auch vorwiegend: So rekonstruiert Eva Ursprungs (sie ist auch die
Organisatorin desProjektes) Video-Raum Ansgars letzte Jahre in Japan, wo
er als Kernphysiker arbeitete. Unter dem Vorwand "analytischer"
Geschichtsaufarbeitung umkreist Eva Ursprung eine persönlichnicht
miterlebte Phase versatzstückartig durch vorort geführte Interviews
kombiniert mit klischeeartigem Japan-Ambiente . Die "Löcher"gemeinsamer
Geschichte durch Bilder zu ersetzen, bearbeitet Wolfgang Cappelari etwas
weniger "fundiert". In seiner Leinwand-Installation verschwindet "Das
Verschwinden" nahezu in den Unweiten einer buntnaiven Weltenlandschaft.
Beiläufig im linken Eck: ein abstürzendes Motorad. Hinter der Leinwand nur
die Leere und ein Stuhl. | |||
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© 1997-99 springerin |
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