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kunstraum
Die Schau gibt einen feinen und präzisen Einblick in das
zeichnerische Werk und in die aktuellsten malerischen Ergebnisse von Josef
Mikl. Vor allem beeindrucken die grafischen Würfe des früheren
Avantgardisten der Galerie nächst St. Stephan: Tuschfeder und Stift
strukturieren ein flottes Liniengerüst, das zwischen der Eigenständigkeit
der Mittel und dem Gegenstandsbezug schön changiert. Obwohl Mikl zu den
großen informellen Malern der Nachkriegskunst zählt, überrascht er vor
allem in der sensiblen Annäherung an die naturalistische Vorlage. Dabei
sind Melanzani, Kürbisse oder Sonnenblumen als Vorwand festzumachen. Die
private persönliche Note kommt im Zeichnerischen besonders eindrucksvoll
zu tragen, wenn Mikl etwa ein Blechspielzeug in einer Spielkiste
abstrahiert. Mikls neue Gemälde sind stark in ihrem Kolorit, der meist auf
dem Kontrast Gelb-Rot aufgebaut ist, die Definition des Motivs ist jedoch
etwas weicher, und verwaschener als bei den Papierarbeiten. Meist bilden
schwarze Linien, unmittelbar gesetzt, das Gerüst für das Bildsujet, das
ein wenig noch an die tachistischen Anfänge der 1950er Jahre erinnert. Die
radikale Abstraktion stand kaum für Mikl im Zentrum. Ursprünglich von der
skulpturalen Qualität Wotrubas beeinflusst, agiert Mikl stets zwischen den
Polen der reinen Malerei und dem damit im Bezug gesetzten prachtvollen
Kolorit und der formalen, wenn auch durch den offenen Pinselstrich
gebrochenen, Figuration. (I., Augustinerstraße 10; bis 18. Juni)
GALERIE FEICHTNER & MIZRAHI
Seit Ende der 90er Jahre setzt Eva Wagner das Verhältnis
zwischen Realismus und eigenständiger Malerei in den Fokus ihrer
Strategie. Weibliche Akte bestimmen ihre Ikonografie, die sie zwischen
Erscheinen und schattenhafter Existenz ansiedelt. Im Vergleich zu ihren
ersten Bildrealisationen trifft man nun auf ein gut weiterentwickeltes
Spannungsverhältnis zwischen Figur und Malerei. Manchmal droht sich der
Akt aufzulösen, in Farb-Rinnsalen zu verfließen. Gerade dies entpuppt sich
als neue Qualität. Manchmal erhalten die Körper eine energetisch
aufgeladene Dichte. Wagner strukturiert das Bild in mehreren Parzellen und
Schichten. Serialität, Brüche, Ansätze des Narrativen beleben das
Szenario. (I., Seilerstätte 19; bis 21. Juni)
ÖBV-ATRIUM
Go Blow 7 Porträts handelt von dem spannenden
interdisziplinären Projekt zwischen Jazz, bildender Kunst und
elektronischer Musik. Dabei stehen Interpretation und Transformation "à la
stille Post" im Zentrum des Events. Hier fungiert die Malerei als
Bindeglied zwischen den musikalischen Versionen. In der Auswahl der Maler
zeigt sich als gemeinsamer Nenner die unmittelbare, meist schwungvoll
emotionale Umsetzung der musikalischen Vorlage auf den Bildträger. Hans
Staudachers bekannte tachistischen Kompositionen beruhen auf Rhythmus,
Ekstase und tänzelnder Leichtigkeit. Jürgen Schiefer bringt feine
expressive Interpretationen, die sich in organische Konstrukte verwandelt
haben. Gunter Damischs Verschlingungen in Amöbenform widerspiegeln
musikalische Bewegungen. (IV., Grillparzerstr. 14; bis 30. September)
© Die Presse | Wien
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