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05.06.2003 - Ausstellung
GALERIE WOLFRUM - GALERIE FEICHTNER & MIZRAHI - ÖBV-ATRIUM


kunstraum

Die Schau gibt einen feinen und präzisen Einblick in das zeichnerische Werk und in die aktuellsten malerischen Ergebnisse von Josef Mikl. Vor allem beeindrucken die grafischen Würfe des früheren Avantgardisten der Galerie nächst St. Stephan: Tuschfeder und Stift strukturieren ein flottes Liniengerüst, das zwischen der Eigenständigkeit der Mittel und dem Gegenstandsbezug schön changiert. Obwohl Mikl zu den großen informellen Malern der Nachkriegskunst zählt, überrascht er vor allem in der sensiblen Annäherung an die naturalistische Vorlage. Dabei sind Melanzani, Kürbisse oder Sonnenblumen als Vorwand festzumachen. Die private persönliche Note kommt im Zeichnerischen besonders eindrucksvoll zu tragen, wenn Mikl etwa ein Blechspielzeug in einer Spielkiste abstrahiert. Mikls neue Gemälde sind stark in ihrem Kolorit, der meist auf dem Kontrast Gelb-Rot aufgebaut ist, die Definition des Motivs ist jedoch etwas weicher, und verwaschener als bei den Papierarbeiten. Meist bilden schwarze Linien, unmittelbar gesetzt, das Gerüst für das Bildsujet, das ein wenig noch an die tachistischen Anfänge der 1950er Jahre erinnert. Die radikale Abstraktion stand kaum für Mikl im Zentrum. Ursprünglich von der skulpturalen Qualität Wotrubas beeinflusst, agiert Mikl stets zwischen den Polen der reinen Malerei und dem damit im Bezug gesetzten prachtvollen Kolorit und der formalen, wenn auch durch den offenen Pinselstrich gebrochenen, Figuration. (I., Augustinerstraße 10; bis 18. Juni)

GALERIE FEICHTNER & MIZRAHI

Seit Ende der 90er Jahre setzt Eva Wagner das Verhältnis zwischen Realismus und eigenständiger Malerei in den Fokus ihrer Strategie. Weibliche Akte bestimmen ihre Ikonografie, die sie zwischen Erscheinen und schattenhafter Existenz ansiedelt. Im Vergleich zu ihren ersten Bildrealisationen trifft man nun auf ein gut weiterentwickeltes Spannungsverhältnis zwischen Figur und Malerei. Manchmal droht sich der Akt aufzulösen, in Farb-Rinnsalen zu verfließen. Gerade dies entpuppt sich als neue Qualität. Manchmal erhalten die Körper eine energetisch aufgeladene Dichte. Wagner strukturiert das Bild in mehreren Parzellen und Schichten. Serialität, Brüche, Ansätze des Narrativen beleben das Szenario. (I., Seilerstätte 19; bis 21. Juni)

ÖBV-ATRIUM

Go Blow 7 Porträts handelt von dem spannenden interdisziplinären Projekt zwischen Jazz, bildender Kunst und elektronischer Musik. Dabei stehen Interpretation und Transformation "à la stille Post" im Zentrum des Events. Hier fungiert die Malerei als Bindeglied zwischen den musikalischen Versionen. In der Auswahl der Maler zeigt sich als gemeinsamer Nenner die unmittelbare, meist schwungvoll emotionale Umsetzung der musikalischen Vorlage auf den Bildträger. Hans Staudachers bekannte tachistischen Kompositionen beruhen auf Rhythmus, Ekstase und tänzelnder Leichtigkeit. Jürgen Schiefer bringt feine expressive Interpretationen, die sich in organische Konstrukte verwandelt haben. Gunter Damischs Verschlingungen in Amöbenform widerspiegeln musikalische Bewegungen. (IV., Grillparzerstr. 14; bis 30. September)



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