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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst | Museen im Umbruch 
06. März 2005
23:23 MEZ
Von
Markus Mittringer

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landesmuseum.net

kunsthalle.at 
Foto: APA
Im November 2002 wurde Hans Holleins (Erlebnis-)Landesmuseum in St. Pölten eröffnet.

Natur, Kunst und Regierung
Das Niederösterreichische Landesmuseum in St. Pölten

St. Pölten - Als echtes Landesmuseum dient auch jenes in St. Pölten dem pädagogisch als uneingeschränkt wertvoll erachteten mehrmaligen Durchschleusen aller Schulpflichtigen der Region. Mit Landeskunde sollen die blau-gelben Hoffnungsträger dort vertraut gemacht werden, und mit Natur und eben auch mit Kunst. In St. Pölten funktioniert das spartenübergreifend. 2002 wurde der von Hans Hollein geplante multimediale Erlebnisraum mitten im Regierungsviertel eröffnet.

Die Besucher empfängt ein Gebirgsbach, der, von einem unter der Decke schwebenden künstlichen Gletscher genährt, über die Etagen ins Tal mäandert, um zuletzt in einer Höhle auch noch Tropfsteine zu produzieren. Lebende Exemplare diverser Spezies mischen sich unter ihre ausgestopften Anverwandten, und wer den Blick schweifen lässt, wird immer wieder Kunst ausmachen. Im Übergang etwa vom Naturrummelplatz in die strengen Kunstkabinette und die integrierte Shedhalle: Eine Flachgauer Madonna bewacht die Transferzone und die anschließenden Vulkanausbrücke des Kremser Barockmalers Wutky. Zum Ausgang hin rückt die Zeitgenossenschaft in Sammlung und Sonderausstellungen (etwa Adolf Frohner 2004 oder derzeit Christa Hauer) in den Vordergrund.

Krems ist überhaupt von zentraler Bedeutung für St. Pölten. Die dortige Kunsthalle (St.-Pölten-Direktor Carl Aigner hat sie geleitet und von dort aus das Hauptstadtmuseum mit aufgebaut) und das Karikaturenmuseum stehen am weitaus attraktiveren Ende der Kulturachse: In Krems beginnt die Wachau, St. Pölten liegt an der Westbahn. Aber eine Hauptstadt (seit 1986) braucht eben ein repräsentatives Haus zum Sammeln und Bewahren. (Der Standard, Printausgabe, 7. 3. 2005)


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