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Kunstberichte

Albertina feiert fünf Jahre Eröffnung mit freiem Eintritt am Sonntag

Grafisches Großprojekt

Einst umstritten, heute integriert: die Albertina-Rampe von Hans Hollein. Vor genau fünf Jahren wurde die grafische Sammlung nach der Umbaupause eröffnet.  Foto: Albertina

Einst umstritten, heute integriert: die Albertina-Rampe von Hans Hollein. Vor genau fünf Jahren wurde die grafische Sammlung nach der Umbaupause eröffnet. Foto: Albertina

Aufzählung 48 Ausstellungen mit mehr als 3,5 Millionen Besuchern in fünf Jahren.

Wien. Vor genau fünf Jahren wurde die Albertina nach der langen Umbaupause wiedereröffnet. Umstritten war seinerzeit vor allem die auffällige Rampe an der Fassade des Gebäudes, entworfen von Hans Hollein. Fünf Jahre später ist sie perfekt ins Stadtbild integriert. Mehr als 3,5 Millionen Besucher haben unter diesem Vordach das Museum betreten, um eine der 48 Ausstellungen zu besichtigen.

Gefeiert wird das Fünf-Jahr-Jubiläum am Freitag mit einer Tagung zum Thema "Die Zeichnung – Geschichte und Gegenwart". Am kommenden Sonntag ist die Albertina bei freiem Eintritt bis 20 Uhr geöffnet.

Schwieriger Anfang

Die Feierlichkeiten, die Erfolge der fünf Jahre lassen nicht vergessen, welche Kämpfe Direktor Schröder zu fechten hatte. "Am Anfang stand ein "schwieriges Jahr", sagte Schröder bei der Pressekonferenz und meinte damit die Überlegungen im Jahr 1999 und 2000, die Albertina an das Kunsthistorische Museum (KHM) anzugliedern.

Dass dies nicht geschehen ist, nannte der Direktor eine "weise, gute und zukunftsträchtige Entscheidung": Denn als Zweigstelle des KHM hätte die Albertina "eine lachhafte Dotierung und ein Zehntel des Personals" gehabt. Und damit wären sich jene großen Sprünge nicht ausgegangen, die Schröder seit 2003 durchgezogen hat.

Besonders strich Schröder die Öffnung des Hauses für neue Publikumsschichten hervor.

Durchschnittlich 650.000 Besucher pro Jahr haben seine Erwartungen übertroffen, resümierte Schröder, der auch die Jugendarbeit mit rund 6800 Schulführungen betonte.

Auch inhaltlich wurde die Albertina erweitert, etwa um das Medium Fotografie und die Übernahme der Batliner-Sammlung. Jedoch sei die "dominierende" grafische Sammlung nach wie vor "Alleinstellungsmerkmal". Die grafische Sammlung sei in den vergangenen Jahren um 3000 Werke, davon 2600 als Schenkungen im Wert von insgesamt 6,6 Millionen Euro, erweitert worden.

Diese Neupositionierung der Albertina (in der Aufzählung der Ausstellungen nimmt die zeitgenössische Kunst den meisten Platz ein) sorgte bekanntlich unter Schröders Direktoren-Kollegen nicht nur für Zustimmung. Dass die Albertina als "Ausstellungshalle" kritisiert worden ist, dafür hat Schröder jedoch kein Verständnis: "Jede grafische Sammlung der Welt macht Wechselausstellungen", betonte der Direktor. Der Unterschied etwa zu Kunsthallen sei jedoch, dass "wir diese Ausstellungen aus der Sammlung heraus machen", so Schröder

Die Albertina könne trotz der niedrigsten Basissubvention aller Bundesmuseen, die rund ein Drittel des Budgets ausmacht, "auch für die nächsten Jahre in eine finanziell stabile Zukunft blicken".

Im kommenden Oktober wird mit der Eröffnung der Kahn-Galleries mit der Schau "Wege der Moderne" der "Marathon" der Albertina-Generalsanierung "im Wesentlichen abgeschlossen sein, das Ziel ist in Sicht", sagte Schröder.

Weiters kündigte Schröder Großprojekte an, wie die Michelangelo-Schau im Jahr 2010 und eine Ausstellung zu Kaiser Maximilian I. im selben Jahr. Im kommenden Februar wird eine Schau zur holländischen Kunst des 17. Jahrhunderts starten.

Für diesen Herbst avisierte Schröder eine Van Gogh-Ausstellung, die sämtliche Besucherrekorde brechen werde.

Mittwoch, 05. März 2008

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