14.11.2001 18:52:00 MEZ
Das Motorenquartier
Umstrittene Autowerbung im MQ - "Electric Avenue" und "transeuropa" heißen die "Quartier 21"-Projekte

Wien - Im Museumsquartier opfert man die Kunst dem schnöden Mammon: Gerald Matt, Direktor der Kunsthalle, vermietete BMW einen Teil seines Hauses für eine mehrtägige Produktpräsentation. Und MQ-Chef Wolfgang Waldner, der eine Besitzstörungsklage gegen Public Netbase eingebracht hatte, weil der Verein im Innenhof eine künstlerische Intervention in Form eines Zeltes aufstellte, gestattete den Motorenwerken, ebendort ein monströses Zelt errichten. Das bringt eben Cash. Nicht zu knapp.

Waldners Rechtfertigung: Die Einnahmen würden für den Ausbau des Quartiers 21 verwendet, das im Sommer 2002 eröffnet werden soll. Es besteht, wie berichtet, hauptsächlich aus zwei thematischen Blöcken, der Electric Avenue im rechten Flügel des Fischer-von-Erlach-Trakts und Transeuropa im linken.

Im Elektroniksektor werden neben einem Plattenladen die Kulturanbieter Quintessenz, Monochrom, Elektronische Musikplattform, Medienkunstarchiv und Media Q21 untergebracht, im Transeuropa-Trakt die Kiesler Stiftung, der KulturKontakt und die Bundesländerplattform. Büro- gemeinschaften gehen Eikon und Springerin, die Klangspuren, das Büro für Kulturvermittlung, der Galerienverband und andere Institutionen ein. Vier Gestaltungsvorschläge wurden bereits eingeholt, demnächst soll eine Entscheidung fallen.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15. 11. 2001)


Quelle: © derStandard.at