VON CHRISTA DIETRICH E-MAIL:
christa.dietrich@vn.vol.at
Silvretta (VN) Vor Jahrzehnten
projektiert, hat die "Skulptur im Gebirge" (Untertitel: "Allah ist
groß") von Gottfried Bechtold nun im Silvrettagebiet einen
Standplatz auf längere Zeit gefunden. Auch die Signatur des
Künstlers auf der Silvretta-Staumauer wird die Bregenzer
Sommerausstellung, in deren Rahmen sie realisiert wurde, weit
überdauern.
An sich hätte es darüber kaum Zweifel gegeben. In
Vorarlberg dürfte man ja durchaus angetan davon sein, nun auch ein
vergleichbares Objekt jenes Künstlers zu haben, der bereits beim
Wiener Konferenzzentrum Großskulpturen mit Steinen aus verschiedenen
Erdteilen verwirklicht hat. Ausstellungskurator Oscar Sandner hat
die Aktion zustande gebracht.
Zuletzt schien es aber so, als seien die Steine aus Afrika dem
Landschaftsschutz ein derartiger Dorn im Auge, dass die Kunstwerke
mit Beendigung der Ausstellung ("Medium Berge" steht demnächst in
Bregenz und etwas später in Schwarzenberg vor der Schließung)
abgetragen werden muss.
Fünf Jahre
Nun haben sich die Wogen geglättet. Die Vorarlberger
Illwerke, die die Aufstellung der Skulptur sowie die Anbringung der
Signatur unterstützten, zeigen großes Interesse an der Erhaltung.
Christoph Gehrmann: "Unsere Einschätzung ist die, dass es sich um
ein einmaliges Werk von Bechtold handelt, der einer der
renommiertesten Vorarlberger Künstler ist."
Man habe mit der Bezirkshauptmannschaft in Bludenz Kontakt
aufgenommen und abklären können, dass die Skulptur und die Signatur
nicht darauf schließen lassen, dass die Illwerke nun alle Staumauern
als Podium für verschiedenste Kunstwerke freigeben werden. Man sehe,
so Gehrmann, die Skulptur sowie die Signatur als zusammenhängendes
Kunstwerk, das nun erst einmal fünf Jahre im Silvrettagebiet bleiben
soll.
Die weitere Zukunft hänge auch von Entscheidungen des Künstlers
ab, dem die Arbeiten ja letztlich gehören.
Die zwei Steine aus dem Atlasgebirge sind fix auf dem
Silvrettagneis verankert, die Signatur ist - nachdem schon
verschiedene Meinungen von Leuten aufgetaucht sind, die nicht vor
Ort waren - etwa nicht aufgemalt oder projiziert (was technisch gar
nicht möglich wäre), sie besteht aus Metalllettern, die an der
Staumauer befestigt wurden.
Reise nach Italien
Oscar Sandner, der bereits in den italienischen Städten
Rom, Mailand und Turin größere Ausstellungen organisierte, bemüht
sich darum, die Schau "Medium Berge" mit Arbeiten von rund zwanzig
vorwiegend österreichischen Künstlern auch nach Italien zu bringen.
Zum Thema "Medium Berge" wurde ein Buch geschaffen, das demnächst
im Verlag Triton erscheint.
Es handelt sich um ein einmaliges Werk von Gottfried
Bechtold, der einer der renommiertesten Vorarlberger Künstler ist.
CHRISTOPH GEHRMANN, ILLWERKE
Die Ausstellung "Medium Berge" ist im Bregenzer Künstlerhaus
Palais Thurn und Taxis noch bis 1. September zu sehen. In der Halle
schmidingermodul in Schwarzenberg ist ein Sonderausstellungsteil zum
gleichen Thema noch bis 8. September zu besichtigen.
Bechtolds "Skulptur im Gebirge" bleibt im Verbund mit der
Signatur auf der Staumauer erhalten.