Wien - Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) überreichte am Mittwoch im Wiener Rathaus die mit je 8.000 Euro dotierten Preise für bildende Kunst der Stadt Wien an Carola Dertnig, Markus Geiger, Florian Pumhösl und Hans Schabus. Die steigende Bedeutung Wiens als Stadt der Bildenden Kunst verdanke man den Wiener Kunstschaffenden, Galeristen und Museumsdirektoren, aber auch der Stadt Wien mit ihren Kunstankäufen oder der Initiative Kunst im öffentlichen Raum, so Mailath.
Biografien
Die Tirolerin Carola Dertnig (Jahrgang 1962) absolvierte die Universität für angewandte Kunst in Wien und war Teilnehmerin des Whitney Independent Study Programs. Ihr Kunstbegriff umfasst Installation, Audioinstallation, Wandarbeit, Video Schwarz-Weiß-Fotografie, Farbfotografie, Fotografie, Zeichnung, Copy Art, Performance. Ihre Kunstwerke wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert. Dertnig ist außerdem Kuratorin in der Kunsthalle Wien ("Let's twist again"), in der Secession ("Junge Szene Wien") sowie im MUMOK (""Mothers of Invention").
Florian Pumhösl, 1971 in Wien geboren, studierte ebenfalls an der "Angewandten" sowie der Höheren Grafischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt Wien. Thema seiner Arbeiten ist der Bildträger als Medium, anhand dessen er die Verhältnisse zwischen abstrakter Bildsprache und Raum behandelt. Eine seiner Techniken ist das Hinterglasbild. Pumhösl beschäftigt sich außerdem mit Reklamemalerei und ihren Ableitungen daraus, also den funktionalen Elementen in der Großstadt. Er zeigte seine Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. In Wien war Pumhösl in der Generali Foundation, im project space am Karlsplatz und im MUMOK zu sehen.
Der Schweizer Marcus Geiger (Jahrgang 1957) lebt seit 1978 in Wien, wo er Architektur und Bühnenbild studierte. Sein künstlerischer Schwerpunkt liegt im Bereich der Objekt- und Konzeptkunst. Bei seinen vergangenen Projekten verwendete er bevorzugt Materialien wie Frotteestoffen und Nadelfilz. Thema seiner künstlerischen Interventionen der letzten Jahre war der Begriff des "Kunstwerks", den er auch provokativ in Frage stellte. Geigers Arbeiten waren in der Secession, beim steirischen Herbst in Graz, im Kunstmuseum St. Gallen, in der Österreichischen Galerie Belvedere, bei der BAWAG Foundation und in der Galerie Thaddaeus Ropac in Salzburg zu sehen.
Die Arbeiten des Kärtners Hans Schabus (Jahrgang 1970), der bei Gironcoli an der Akademie der bildenden Künste studierte, stehen in unmittelbarer Beziehung zu einem räumlichen Denken und Erleben. Seine Skulpturen und Interventionen beziehen sich oft direkt auf das psychische und physische Umfeld des Künstlers, z.B. auf sein Atelier und das hier zu bearbeitende Material. Seine Filmarbeiten, die sich mit Reisen und Geschwindigkeit und nicht mit zielorientierter Bewegung beschäftigen, verweisen auf die Bedeutung einer interdisziplinären Reflexion für Kunst. International bekannt wurde Schabus mit seiner Aufsehen erregenden Überbauung des österreichischen Pavillons auf der Biennale in Venedig 2005. (APA)