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Kunstberichte

Moskau: Zensur gegen küssende Polizisten

Aufzählung Künstler Jerofejew auf der Anklagebank.

Moskau. Wenn es in Russland um "verbotene Kunst" geht, demonstrieren Kirche und Staat offene Eintracht.

Den Anlass für die jüngste Intervention lieferte der 52-jährige Künstler Andrej Jerofejew, der die konservativen Gemüter des Landes mit einer umstrittenen Ausstellung in der berühmten Moskauer Tretjakow-Galerie erhitzt hat. Gezeigt wurden in der mittlerweile gesperrten Schau neben einander küssenden Polizisten auch Politiker in pornografischen Posen sowie verfremdete religiöse Symbole.

Als "Ketzer" verfolgt

In Russland wird Jerofejew seither als "Ketzer" verfolgt sowie von rechtsextremen und religiösen Fanatikern bedroht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem fristlos entlassenen Leiter der Tretjakow-Sammlung Aufwiegelung zu Hass, Feindschaft gegenüber Religionen sowie mangelnde "Menschenwürde" vor. Die russisch-orthodoxe Kirche hatte Jerofejew wegen der "Verletzung religiöser Gefühle" angezeigt.

Mit auf der Anklagebank sitzt der Leiter des Moskauer Sacharow-Museums, Juri Samodurow, der Jerofejews Ausstellung gebilligt hatte und zuvor mit der ebenfalls umstrittenen Schau "Vorsicht, Religion!" aufgefallen war. An die Zeit der "Inquisition" fühlt sich Menschenrechtlerin Ljudmilla Alexejewa erinnert. Die "politische Motivation" hinter der Anklage sei klar, sagt sie.

Montag, 30. Juni 2008

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