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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
16. September 2005
14:15 MESZ
Foto: APA/dpa

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Mozart-Skulptur nach Verschandelung durch "Pornojäger" Humer gesäubert
Bildhauer Markus Lüpertz muss jedoch noch die zerstörte Patina restaurieren

Salzburg - "Kunst im öffentlichen Raum ist immer eine Auseinandersetzung und ruft Widerstand hervor. Mit derart aggressiven Aktionen habe ich aber nicht gerechnet." Das sagte Bildhauer Markus Lüpertz, der im Auftrag der Salzburg Foundation eine Skulptur Mozarts auf dem Salzburger Ursulinenplatz aufgestellt hatte. Diese von Anfang an umstrittene Figur wurde vor rund zwei Wochen von "Pornojäger" Martin Humer mit Lack beschmiert und gefedert.

Die Statue sei "auch eine Art der Pornografie", hatte Humer seine Aktion gegenüber Journalisten begründet. "Denn am Ende Mozart so darzustellen ist eine Abscheulichkeit. Das kann nur ein Psychopath machen. Solche Psychopathen sind auch in anderen Bereichen zu finden."

"Meine Figur wurde verletzt, das trifft auch mich persönlich"

Die Skulptur wurde jetzt gereinigt, die Patina ist aber zerstört und muss, so der Künstler, in vier bis sechs Wochen langer Arbeit wieder hergestellt werden. "Ich leide, meine Figur wurde verletzt, das trifft auch mich persönlich", so Lüpertz. Die Kosten für die Restaurierung trägt eine Versicherung.

Der städtische Ursulinenplatz vor der Markuskirche soll neu gestaltet werden, Lüpertz stimmt einer geringfügigen Verschiebung der Skulptur zu und will den genauen Standort an die neuen Raumverhältnisse anpassen. Ein anderer Platz kommt für ihn aber nicht in Frage: "Diese Figur bleibt, sie ist nur für den Ursulinenplatz gemacht, auch die Blickrichtung ist unveränderbar."

Kritik an der Skulptur

Kritik an der Figur gab es nicht nur von Planungsstadtrat Johann Padutsch, der darauf hingewiesen hatte, dass die verschiedenen Lüpertz-Skulpturen einander verblüffend ähnelten, sondern zuletzt auch von der Kirche. Der Rektor der St.-Markus-Kirche, Nikolaj Hornykewycz, sagte, er habe nichts gegen das Kunstwerk selbst, kritisierte aber dessen "allzu direkte Nähe zum religiösen Ort Kirche".

Walter Smerling, künstlerischer Leiter der Salzburg Foundation, die im Laufe von zehn Jahren zehn Kunstwerke im öffentlichen Raum in Salzburg errichten will, räumte Fehler bei der Vermittlung der Lüpertz-Figur ein und betonte erneut, es handle sich nicht um ein Abbild Mozarts, sondern um eine Auseinandersetzung von Lüpertz mit der Musik Mozarts. "Wir stellen nicht irgendein Trallala-Kunstwerk auf. Wir wollen zu produktiver Auseinandersetzung anregen. Aber Leute, die Kunstwerke zerstören wollen und damit auf niedrigstem Niveau eine Mozartkugelidylle verteidigen, haben wirklich nichts verstanden."

Die künstlerisch gestalteten Stühle von Marina Abramovic sollen jetzt vom Standort Hanuschplatz abgesiedelt werden. Abramovic hat ihr Kunstwerk nach Anselm Kiefer und Mario Merz und vor Markus Lüppertz für die Salzburg Foundation geschaffen. Der neue Platz für die Abramovic-Stühle ist gegenüber dem Platzl an der Salzburger Staatsbrücke. Diesen Ort hatte sich die Künstlerin von Anfang an gewünscht, der Übersiedelung ist genehmigt und wird in den kommenden Wochen abgewickelt werden.(APA)


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