


Frauenkunst einfach weggeworfen?
Wien - Die Mehrheit der Werke der Kunstaktion KnitHerStory sind laut beteiligten Künstlerinnen entfernt worden. Verantwortlich dafür soll die MA 48 für Abfallwirtschaft und Straßenreinigung der Stadt Wien sein, heißt es in einer Aussendung der Künstlerinnen. Es gäbe ZeugInnen für die Demontage.
Am zuständigen Magistrat konnte man gegenüber dieStandard.at bislang weder bestätigen noch entkräften, dass die Müllabfuhr die Kunstwerke abgehangen bzw. entsorgt hat. Man werde Informationen darüber einholen, hieß es.
Kunst- endet in "Säuberungs"-Aktion
Die Kunstaktion war als Begleitung zur großen Frauendemo am Samstag installiert und bis 26. März genehmigt worden. Bereits am Samstagabend und Sonntagvormittag wurde die Müllabfuhr beim "Aufräumen" beobachtet. Eine Mitstrickerin konnte einige der Werke aus dem Händen der Arbeiter sicherstellen.
Die "Säuberungsaktion" wird von den Gestalterinnen "nicht nur als Angriff auf Frauenkunst" bezeichnet, sondern als "Beispiel, wie mit Frauenarbeit und den Werken von Frauen umgegangen wird: unterbewertet, entwertet und zerstört."
Eine der Künstlerinnen, Elisabeth Klatzer, fordert in einem Protestbrief an Bürgermeister Häupl die "sofortige und lückenlose Aufklärung und im Falle der tatsächlichen Zerstörung die volle Entschädigung." Sie hoffe, dass die wertvolle Strick-Kunst von Frauen unbeschadet vorhanden sei. Wenn nicht, stehe die Entsorgung als Symbol dafür, "wie in dieser Stadt mit der Leistung von Frauen" verfahren werde. (red)
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