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Das städtische Grün

20. Mai 2011, 18:13
  • Artikelbild: Ein Gummibaum zeigt Zähne: Regula Dettwilers Pflanzeninstallation mit 
Borte, 
o. T., 2010.  - Foto: Ecker
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    Ein Gummibaum zeigt Zähne: Regula Dettwilers Pflanzeninstallation mit Borte, o. T., 2010.

Das Linzer Nordico eröffnet mit der Ausstellung "Im Garten" Lebensräume zwischen Sehnsucht und Experiment

Linz - Emsig gärtnern sich in den letzten Jahren unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen aus ebenso unterschiedlichen Motiven zurück ins Paradies. Vor diesem Hintergrund - Guerilla Gardening oder Urban Farming auf der einen Seite und private Kleingärten auf der anderen - nähert sich das Nordico Stadtmuseum urbanen Gärten und künstlerischen Auseinandersetzungen mit denselben. Der Großteil der Arbeiten stammt aus den Sammlungen des Lentos und des Nordico - wie die sehr selten gezeigten Naturselbstdrucke von Alois Auer von Welsbach oder Aquarelle von Leopold Zinnögger.

Die Räume sind thematisch gegliedert. Bei "Der Garten als Ort der Sehnsucht" ist etwa das Biedermeier-Gemälde Adam und Eva von Johann Baptist Reiter Ausgangspunkt für Ken Smiths Installation Forbidden Fruit Apple Wall. Eine Wand voller Äpfel als Sinnbild für Verführung, für die "verbotene Frucht", die während der Ausstellungsdauer vor sich hinfault.

Im sogenannten Linzer Zimmer werden ortsspezifische Zugänge behandelt, z. B. alte Postkarten gezeigt, die Parks und Schlossgärten zeigen, die es längst nicht mehr gibt. Die Kuratoren - Nordico-Leiterin Andrea Bina, Magnus Hofmüller und die Landschaftsarchitektin Karin Standler - stellen zeitgenössische Positionen aus Malerei, Fotografie und Installationskunst etwa von Ursula Hübner, Regula Dettwiler, Andrew Phelps oder Markus Ambach ebenso zur Diskussion wie subversiv-politische Herangehensweisen an das Thema.

Gerade mit Urban Farming oder Guerilla Gardening wird in Linz seit Jahren experimentiert (Stadtwerkstatt, Time's Up usw.). Dass laut Katalog "Seed Bombs" nun endlich "in Linz angekommen sind" - stellt eine kühne Behauptung dar, da müsste man viele Kunst- und Schulinitiativen sowie etliche Ars-Electronica-Festivals negieren. (Wiltrud Hackl / DER STANDARD, Printausgabe, 21./22.5.2011)

Bis 16. 10.

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