Kühne, feurige Farbwerke
Josef Mikl. Seine Malerei sind Leuchtwerke von Gelb, Orange und Rot. Dies zeigt die Galerie Welz in einer neuen Ausstellung.
Gudrun Weinzierl Salzburg (SN). Eine Schau zum 80. Geburtstag am 8. August 2009 hätte es werden sollen. Bestimmt durch Josef Mikls Tod am 29. März 2008 ist aus diesem Plan eine Retrospektive über sechs Jahrzehnte seiner Malerei in der Galerie Welz geworden. Seine berühmten „Röhrenbilder“-Zeichnungen, in denen Josef Mikl einen Akt, einen Torso, eine Büste aus röhrenförmigen Elementen aufbaut, sind in der Ausstellung zu sehen, die morgen, Dienstagabend, eröffnet wird.
Wunderbar zarte und oft ab-strahierte Äste, Blumen und Alltagsgegenstände durchziehen sein Schaffen. Kühne Farbfeuerwerke liegender Akte, Figuren und Köpfe aus den späten 80er-Jahren wurden sein Markenzeichen. Seltener, aber ebenso bezeichnend für ihn waren ein bläuliches Grau und Rosatöne. Erst in seinem letzten Lebensjahr und im Bewusstsein des nahenden Todes haben sich Schatten in die leuchtenden Flächen geschoben.
Josef Mikl war ein prominenter Künstler Österreichs. Seine Malerei, seine Zeichnungen und Grafiken sowie seine in Bücher gefassten sarkastischen Sprachformulierungen und seine Kunstfigur, die Journalistenfresserin Hawranek, machten ihn unverwechselbar. „Malerei ist harte Arbeit“ „Was man sieht, kann man nicht wieder auslöschen und deshalb gibt es auch für mich keine ungegenständliche Malerei, sondern Abwandlung, Neuordnung, Transponierung“, sagte einst Josef Mikl. Denn die meisten Leute würden „gegenstandslos mit abstrakt verwechseln“. Für ihn war jede Malerei abstrakt, weil sie auf der Bildfläche konstruiert, aufgebaut werden muss. Ordnung und Klarheit, im Kopf wie in seinem Oeuvre, waren ihm wichtig. Er war streng im Urteil. Er war aber auch fleißiger, disziplinierter Handwerker – denn „ohne Handwerk kannst du nichts erzeugen, ebenso wenig wie ohne Fantasie“, sagte Josef Mikl. „Und Malerei ist harte Arbeit.“
Mit Salzburg war der gebürtige Wiener, der nicht gern reiste, viele Jahre verbunden, er lehrte an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst. Salzburg besitzt auch drei öffentlich sichtbare Beispiele seines Schaffens. Es sind dies die Glasfenster der Kirchen von Parsch (1956) und Lehen (1960er-Jahre) und das monumentale Altarbild in St. Virgil (1976). Wie diese 300 Quadratmeter große Arbeit ist auch sein größtes Werk gefertigt, das Deckengemälde im Großen Redoutensaal, das nach dem Brand in der Wiener Hofburg entstanden ist: Mikl hat es aus langen Stoffbahnen, die er am Boden bemalte, zusammengefügt und wie Tapeten angebracht.Josef Mikl: Ölbilder, Pastelle, Zeichnungen, Galerie Welz, bis 25. April. Montag bis Freitag 9.30–18 Uhr, Samstag 9.30–13 Uhr.




















