Außen hui. Und innen?
E igentlich bietet das 20er Haus im Schweizergarten in Wien viele Gründe zur Freude: Da wird ein österreichisches Architekturjuwel nach jahrelangem Verfall gründlich saniert. Da wird diese Keimzelle der Moderne mit unterirdischen Räumen und nebenstehendem Turm großzügig ausgebaut. All dies erfolgt zugleich mit dem Abriss des Südbahnhofs zum Neubau des Hauptbahnhofs, sodass am Treffpunkt großer Verkehrsadern auch Geist und Kunst pulsieren werden. Und doch ist Schlimmes zu befürchten. Auch wenn der Bau bis September 2011 fertig wird, fehlt es, glaubt man Agnes Husslein, der Herrin über Belvedere und 20er Haus, an Subvention und somit an Budget für den Betrieb. Was wird die erste Ausstellung? „Wir wollen dem Publikum die Möglichkeit geben, das Haus selbst zu erleben“, sagte Husslein am Mittwoch. Es wird also bloß das Haus vorgestellt.
So wie der erste Satz eines Buchs ist auch die erste Ausstellung eines neuen Hause als Programmansage zu verstehen. Als Agnes Husslein 2004 das Salzburger Museum der Moderne eröffnete, gab sie der ersten, reichhaltigen Ausstellung den Titel „Vision einer Sammlung“. Sollte die Leere des 20er-Hauses als Symbol für dessen künftigen Inhalte zu verstehen sein?
Österreichisch wird man sagen: Irgendwie wird irgendwer schon irgendetwas machen. Und wenn es kein Ankaufsbudget – wie in vielen anderen staatlichen Museen Österreichs – gibt, wird sich vielleicht ein Industriellenehepaar samt Stiftung für eine Schenkung finden.
Das ist vielleicht eine Strategie zur Ankurbelung von Spontanfantasie. Doch eine langfristig durchdachte, effiziente Museumspolitik ist das nicht.


















