Gezeichnete Kritik
Ein Plädoyer des Architekten und Künstlers Karl Vouks für bunte Vielstimmigkeit.

Foto © Rainer
Bewusst am Aschermittwoch und damit im Windschatten einer bestimmten politischen Folklore, hat der Architekt und bildende Künstler Karl Vouk seine "Triptychen" aufgestellt und in gezeichneter Kritik zur jüngsten Zeitgeschichte Kärntens Stellung bezogen.
Auf Serien, die aus je drei quadratischen, monocolor grundierten Tafelbildern bestehen, schafft er in dialektischer Manier die Gegenüberstellung von Widersprüchen, die er in einem zentralen Schriftbild auf orange-blauem Hintergrund zur Synthese eint. Etwa wenn der Brückenpatron St. Nepomuk, geheiligt wegen seiner Keuschheit und Verschwiegenheit, mit der personifizierten politischen Logorrhö an einem Ort des rosaroten "Lustsprunges" konfrontiert wird. Oder wenn die "Landesmutter" Hemma als Remake erscheint.
Vouks plakative Polemik löckt wider den Stachel wirkmächtiger Mythen. Ob er damit den Lenker des Sonnenwagens vom Himmel holen kann oder nur einen Herrenkutscher ärgert, ist fraglich. Doch die Zuversicht auf ein Leben in bunter Vielstimmigkeit, die der Künstler einem öden Sumpf von Eintönigkeit gegenüberstellt, bleibt. Denn die Hoffnung ist ein zähes Luder.
Aus Anlass der Ausstellung hat die Klagenfurter Gruppe "Kärnten heute" rund um Walter Fanta einen Literaturwettbewerb ausgeschrieben, bei dem eine schriftstellerische Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation Kärntens vorgenommen werden soll. Einsendungen und Anfragen an: walter.fanta@uni-klu.ac.at. WILLI RAINER
Karl Vouk. Seh:Bühne im "raj" Klagenfurt. Badgasse 7. Nur noch bis 24. März














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