VN Sa, 6.4.2002

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"Tiefes Heimatgefühl in den Bergen"

Zur Rudolf-Wacker-Ausstellung im Lauteracher Kunsthaus Rohner

Bregenz (VN) Dem Landschaftsbild im êuvre des Vorarlberger Malers Rudolf Wacker (1893-1939) ist im Kunsthaus Rohner in Lauterach - wie berichtet - eine Sonderausstellung gewidmet. Zu diesem Anlass bieten die "VN" in der täglichen Fortsetzungsrubrik einen Beitrag der Wacker-Spezialisten Rudolf Sagmeister und Kathleen Sagmeister-Fox.

Nach der Kriegsgefangenschaft, dem Aufenthalt in Berlin und seiner Rückkehr nach Bregenz 1923 erlebt Wacker eine tiefe Verbundenheit mit der vertrauten Landschaft der Heimat. "Tiefes Heimatgefühl in den Bergen" notiert er ins Tagebuch. Neben den Bergen war vor allem der Bodensee das wichtigste Motiv Rudolf Wackers.

Wichtiger Vertreter

Als Maler zählt Rudolf Wacker heute unbestritten zu den wichtigsten Vertretern der Neuen Sachlichkeit in Österreich und Deutschland. Seine künstlerische Ausbildung erhielt Rudolf Wacker an der Weimarer Akademie bei Professor Albin Egger-Lienz, von dessen Einfluss er sich aber bereits früh zu emanzipieren suchte.

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges beendete seine Studienzeit abrupt und wirkte sich tiefgreifend auf den weiteren Lebensweg aus. Nach seiner Rückkehr aus der sibirischen Kriegsgefangenschaft zog es Wacker nach Berlin, wo er seine alten Künstlerfreunde aus Weimar wieder traf. Die Sommermonate verbrachte er jeweils in Bregenz und setzte sich hier intensiv mit der Landschaft auseinander. Ab 1924 ließ er sich endgültig mit seiner Frau Ilse in Bregenz nieder.

In seinem Werk setzt sich Rudolf Wacker als wacher Zeitzeuge auch mit der gesellschaftspolitischen Situation in der Zwischenkriegszeit in Österreich auseinander. Als Künstler, der sich nicht vereinnahmen ließ, sieht er sich zunehmend als Außenseiter. Nach einer Hausdurchsuchung durch die Gestapo erleidet er einen Herzanfall. Er stirbt im April 1939 in seinem Haus in der Bregenzer Römerstraße.

Die Ausstellung im Kunsthaus Rohner in Lauterach wird am Samstag Abend eröffnet und ist bis 29. Juni zu besichtigen, Mittwoch bis Samstag 11 bis 17, Freitag 11 bis 20 Uhr, vom 7. April bis 5.Mai auch sonntags.

Rudolf Wacker: "Bodenseelandschaft, Dezember, 1930. Privatbesitz.

(Foto: Sagmeister)




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