Maler Raimund Girke gestorben

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Im Alter von 71 Jahren ist der Maler Raimund Girke in Köln nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Wie seine Frau, Karin Girke, am Sonntag in der Domstadt mitteilte, starb der Künstler bereits am Mittwoch.

Als Vertreter einer nichts abbilden wollenden, so genannten "analytischen Malerei" zählte der 1930 im schlesischen Heinzendorf geborene Girke zu den international anerkannten deutschen Künstlern. 1977 nahm er an der documenta VI in Kassel teil.

Monochrome Bildsprache

Seine Malerei sei "fundamental", seine Bilder Resultat eines "autonomen malerischen Prozesses", so betonte Girke stets. Als "Kampf mit der Leinwand" beschrieb er vor fünf Jahren die Entstehung seiner damals jüngsten blaugrauen Großformate mit aufscheinendem Weiß, die thematisch um Nacht, Dämmerung, Schatten und Kälte kreisten. Deren Gestus, Struktur und Komposition seien "unmittelbar in Zusammenhang mit dem Körper entstanden".

Girke, der von 1951 bis 1952 an der Werkkunstschule Hannover und anschließend bis 1956 an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf studiert hatte, hatte 1954 sein erstes ungegenständliches Bild gemalt. War Girke anfänglich von der gestisch-rhythmischen Abstraktion des Informel beeinflusst, entwickelte er seit Mitte der 50er Jahre eine auf wenige Töne, in der Hauptsache Weiß, reduzierte, nahezu monochrome Bildsprache.

Disziplinierte Strenge

Auf der Suche nach Ordnung "analysierte" Girke so Farbschichtungen, Farbbewegungen und Struktur, indem er seine Malerei ganz aus der Technik und dem Prozess resultieren ließ. Nicht die befreite Geste, sondern die disziplinierte Strenge und die sachliche Aussage interessiere ihn, hatte Girke einst gesagt. Ohne radikale Brüche ist sein über 50-jähriges Oeuvre gekennzeichnet von einer kontinuierlichen, unmerklich differenzierten Weiterentwicklung und Variation eines einmal eingeschlagenen konsequenten Weges.

"Weiß ist Leere, Immaterialität, Ruhe und Schweigen", hatte der Künstler, der seit 1971 als Professor an der Berliner Hochschule der Künste lehrte, einst über seine Malerei geschrieben. Noch in diesem Jahr sollte der durch zahlreiche Ausstellungen bekannte und zuletzt 1995 mit dem renommierten Lovis-Corinth-Preis ausgezeichnete Maler mit dem "Niedersächsischen Kunstpreis 2002" geehrt werden.
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