Als Leiter einer Kunstinstitution im
Wiener Museumsquartier ist Edelbert Köb, seit 1. Jänner dieses Jahres
Direktor des Museums moderner Kunst, einer besonders harten
Konkurrenzsituation ausgesetzt.
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| Edelbert Köb / ©Bild:
APA |
Manchmal kommt es auch zu grotesken Situationen, wie z.B., wenn einem
Künstler eine Sponsoren-Tafel nicht ins Konzept passt, wie Köb berichtet:
"Da steht am Anfang ein Hinweis: Der 'Standard' unterstützt unsere
Aktivität in Zusammenhang mit einer Installation. Der Künstler hat sie
hier aufgebaut und hat nach drei Tagen gesagt: das muss leider weg. Und
dann hat er über die Schrift seine Folien, mit denen er Teile der Wände
verdeckt hat, eben darüber getan."
Unzumutbare Forderungen
So wollen bereits für 4.000 Euro Firmen einer ganzen Etage des mumoks
ihren Namen verleihen. Dazu stellt Köb fest: "Es ist so, dass man in
Österreich schon ab 50.000 Schilling namhaft wird und ab diesem Betrag
bereits die werblichen Gegenleistungen, die wir bringen sollen, zum Teil
unzumutbar sind. Man kann dann zum Teil nicht mehr von Sponsoring
sprechen, weil es sich um berechenbare Gegenleistungen handelt", erklärt
Köb.
"Wenn eine Ausstellung kurz im Fernsehen erscheint und es wird dieser
oder jener Name genannt, und ich rechne aus, was ein Werbespot kostet,
dann müssen sie immer noch etwas darauf legen", resümiert der
mumok-Chef.
Theorie und Praxis
Edelbert Köb, 1942 in Bregenz geboren, ist seit 1974 Professor. Von
1985 bis 1995 und von 1998 bis zum Jahr 2000 war er Prorektor an der
Akademie der bildenden Künste in Wien. Von 1982 bis 1991 war er Präsident
der Wiener Secession und von 1990 bis 2000 Leiter des "Kunsthaus Bregenz".
Seit 1. Jänner dieses Jahres ist er Direktor des Museums Moderner Kunst
(mumok) im Wiener Museumsquartier. Köb ist auch Herausgeber und Mitautor
zahlreicher Publikationen über Kunst und Design.
Köb ist Bildhauer und macht konzeptuelle Arbeiten sowie Arbeiten im
Grenzbereich von Kunst und Design. Seine Werke wurden in
Einzelausstellungen im In- und Ausland präsentiert. Darüber hinaus war er
im Bereich Kunst-Consulting bei verschiedenen Firmen tätig. Ebenso war er
Jurymitglied bei der Vergabe des Österreichischen Staatspreises für
bildende Kunst sowie Mitglied von zahlreichen Wettbewerbs-Jurien im
Bereich Kunst und Architektur. Überdies war Köb als Kurator für zahlreiche
nationale und internationale Ausstellungen tätig.
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