(cai) Nein, doch das Ei. Und was
dort herauskommt (sofern Javier Pérez es ist, der das Ei ausbrütet –
natürlich nicht mit dem Hintern, sondern mit den künstlerischen Körperteilen), das hat frappierende Ähnlichkeit mit einem Saippuakauppias. Einem SaippuakauppiWas
? Ach, ist wahrscheinlich ein scheues Viech aus Papua-Neuguinea.
Falsch: ein Palindrom. Das angeblich längste der Welt. Das ergibt von
vorn und von hinten gelesen denselben Sinn. So wie die längste Praline der Welt vom einen und vom andern Ende her gegessen exakt gleich schmeckt.
Bei Pérez kriegt ein Marmor-Ei also nach und nach ein Gesicht,
dieses altert, verjüngt sich wieder, um ausgerechnet als Ei zu enden.
Morphing einmal nicht mit dem Computer, sondern mit der handfesten
Technologie des Steinzeitmenschen (oder Bildhauers). Verstehen tu ich’s
freilich nicht ganz. (Ich frag mich ja auch immer noch, wieso
in Kubricks "2001" zum Schluss dieser Fötus durchs All schwebt.)
"Saippuakauppias" ist übrigens Finnisch für "Reldnähnefies". (Hä?
Klingt doch auch irgendwie finnisch.) Äh, andersrum. Dann das
Zwölf-Meter-Bett, das sich zieht wie ein Strudelteig. Als würde am
Fußende gerade ein Stern einen Gravitationskollaps erleiden und ein
Schwarzes Loch werden. Oder der Schläfer zu Alice ins LSD-Land gesaugt
werden. Pérez befragt den Körper und dessen Befindlichkeiten und findet
Antworten von banal bis betörend surreal.
Wie man Augäpfel pflückt
(cai) Die Ausstellung ist nur deshalb nicht rein imaginär, weil die
Käufer der Bilder letztere gnädigerweise noch dagelassen haben. Sonst
hätte man schon während der Vernissage bloß in weiße Wände
hineinmeditieren können. Ziemlich bedenklich, wenn Bilder so
gut ankommen. Bei Bianca Regl, die kokett mit dem Reiz des Unfertigen
spielt, materialisieren sich die Leiber aufs Süffigste. Die Farbe
verdichtet sich fulminant. Kurz: Die Augäpfel fallen einem raus. Und
während man die Dinger auf dem Boden sucht, reflektiert man darüber, ob
die totale Schönheit in der Kunst überhaupt zulässig ist.
Galerie Gerersdorfer
(Währinger Straße 12)
Bianca Regl
Bis 14. Juli
Do. bis Sa. 11 bis 20 Uhr
Entgegenkommend.
Galerie Mauroner
(Weihburggasse 26)
Javier Pérez
Bis 14. Juli
Di. bis Fr. 11 bis 19 Uhr
Sa. 11 bis 16 Uhr
Da juckt das Hirn.
Dienstag, 03. Juli 2007