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Identitäten im Donaufluss

17.03.2009 | 18:25 |  (Die Presse)

Die Kuratorin Pia Jardí bringt gute Kunst in die Peripherie.

„Während viele gute Künstler aus Osteuropa nach Österreich kommen, findet der Austausch in die Gegenrichtung selten statt“, stellte die rührige freie Kuratorin Pia Jardí fest und beschloss gegenzusteuern. Seit September vorigen Jahres war daher ein „österreichischer Raum für den Osten“ durch Museen in der Slowakei, Serbien und Ungarn getourt. So drang eine Gruppenausstellung jüngerer österreichischer Künstler mithilfe von Sponsoren wie der Kunstsektion des Bundes in Gegenden vor, an denen die Blockbuster-Schauen dieser Zeit meist spurlos vorbeiziehen. Aber immerhin: Auch „Pictorial Space“ versammelte nicht nur Nachwuchsarbeiten, sondern stellte u. a. auch solche von durchaus prominenten Künstlern wie Jakob Gasteiger, Peter Kogler, Eva Schlegel vor. Zuletzt im Városi Müvészeti Múzeum, ein auf mehrere historische Standorte aufgeteiltes Museum in Györ.

Hier zeigte Jardís Engagement bereits erste Nachwirkungen: Die in Brasilien geborene, in Wien lebende Künstlerin Georgia Creimer wurde zur Nachfolgeausstellung über Architektur und Wein eingeladen. Sie wird zeigen, wie sie in der Winzergenossenschaft „Sandgrube 13“ unseren täglichen Umgang mit Wein inszenierte – mit Videos von Handlungsabläufen, die von oben auf Tische projiziert werden.

Der Osten lässt Jardí jedenfalls nicht los, sie arbeitet schon am Nachfolgeprojekt, „Städte im Fluss“. Die Gruppenausstellung soll sieben Donaustädte miteinander verbinden, Linz, Wien, Bratislava, Györ, Budapest, Novisad und Belgrad. Erforscht wird hier erstens die Darstellung von Landschaft in der zeitgenössischen Kunst und zweitens die ewige Frage von Identität in Zeiten der Globalisierung. sp


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