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Ein neues Museum für die Vielfalt neuer Kunst

20er-Haus. Agnes Husslein, Direktorin des Belvedere, treibt die Wiederherstellung des Museums als Ort für Gegenwartskunst voran.

ERNST P. STROBL Wien (SN). Wer sie kennt, wundert sich nicht, dass Agnes Husslein, umtriebige Direktorin des Belvedere, im sogenannten 20er-Haus die Bauarbeiten vorantreibt, um im September 2011 zur Eröffnung laden zu können, derweil sie noch quasi beidhändig mit zugesagten und nicht zugesagten Budgetmitteln herumjonglieren muss. Bei der Pressekonferenz am Mittwoch ging es entsprechend nicht nur um die Bilanz des vergangenen Jahres – die Besucherzahl im Belvedere erreichte mit 812.522 einen neuen Höchstpegel –, um Aktivitäten und Inhaltliches wie Ausstellungsvorschauen, sondern um das Bauprojekt nahe der größten aller Wiener Baustellen, dem neuen Hauptbahnhof.

Der vom Architekten Karl Schwanzer für die Weltausstellung in Brüssel 1958 entworfene Pavillon, der zwischen 1962 und 2001 genützt wurde, um Tendenzen zeitgenössischer Kunst zu präsentieren, soll in neuem Glanz erstrahlen und als „Ort der künstlerischen Produktion, Rezeption und Reflexion“ dienen sowie „die internationale Vernetzung österreichischer Kunst bis in die unmittelbare Gegenwart engagiert fortführen“, so der offizielle Text. Dazu sollen neuartige Programme wie Artist- und Curator-in-Residence und regelmäßige Austauschprogramme mit internationalen Institutionen dienen, abgesehen davon, dass im 20er-Haus in wechselnden Präsentationen die hauseigene Sammlung des 20. und 21. Jahrhunderts gezeigt werden soll. Agnes Husslein ist guten Mutes, dass alles klappt.

Der neben dem Schwanzer-Gebäude errichtete Rohbau eines Büroturms von Adolf Krischanitz ist bisher mit Eigenmitteln, Sponsorgeldern und Freundesspenden zustande gekommen. Für den Museumsbetrieb ist das natürlich keine Basis. Agnes Husslein greift hoch, denn die staatliche Basisabgeltung von derzeit 6,9 Millionen Euro sollte um ganze fünf Mill. Euro aufgestockt werden. „Wir können das Haus nicht bespielen ohne eine Erhöhung der Basisabgeltung. Und es ist uns gesagt worden, dass es für 2012 auch so sein wird“, sagte Agnes Husslein.

Krischanitz, der auch für die Runderneuerung des 20er-Hauses zuständig ist, könnte in nächster Nähe noch ein Gebäude errichten: Francesca Habsburg will – wie berichtet – seine provisorische Kunsthalle aus Berlin nach Wien transferieren und mit ihrer TB21-Stiftung bespielen. Damit hätte das 20er-Haus markante Kulturnachbarn, von Heeresgeschichtlichem Museum bis Belvedere.

In den Belvedere-Palästen werden übrigens 2011 die Kunstgötter Klimt und Schiele gefeiert, denen folgt 2013 eine Paul-Gauguin-Schau. www.belvedere.at

Kultur / 13.01.2011 13.01.2011 / Print

 
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