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Kunstberichte
Ausstellung: Luisa Kasalicky – En Suite

Fließen und Dachpappe statt Farbe und Pinsel

Von Manisha Jothady

Aufzählung Beim Betreten von Luisa Kasalickys Ausstellung in der Bawag Contemporary kommen einem unweigerlich Kurt Schwitters Worte in den Sinn: "Ich bin Maler, ich nagle meine Bilder", pflegte der Meister der Assemblage zu sagen. Auch die 1974 geborene Künstlerin verdeutlicht, dass sie ausgehend von der Malerei am Bruch mit herkömmlichen Bildformaten interessiert ist. "En Suite" titelt ihre erste große heimische Soloschau, in der sich die Ausstellungsfläche als Folge verschiedener Raumsequenzen präsentiert.

Kasalicky fertigt ihre Bild-Installationen aus Baumarktmaterialien und Gebrauchsware. Da werden handelsübliche Türen zu Flügelaltären, innen mit grünem Loden ausgepolstert, außen mit einem Retromuster lackiert. Messingstäbe hat Kasalicky zu einem raumtrennenden Gitter verschränkt. Zwei Objekte aus Ziegelsteinen verengen den Durchgang; aus einem Bildgrund treten Metallhaken und Fließen hervor.

Faible für das Surreale

In ihren Arbeiten wertet Kasalicky Farbe gegen Farbe, Form gegen Form und Material gegen Material. Im Schaffensprozess werden die Dinge, auf die sie zurückgreift, quasi entmaterialisiert und in neue Zusammenhänge gebracht. Zugleich lassen sich die einzelnen Versatzstücke immer mit ihrer ursprünglichen Bedeutung assoziieren und erhalten dadurch eine Doppelwertigkeit. Teile einer Regenrinne werden so zu Kantenschonern für ein Bild. Der Blick auf die perforierte und über die Wand gespannte Dachpappe ist wie einer in den sternenklaren Nachthimmel.

Wie reich an Assoziationen ihre Arbeiten sind, wie sehr sich die Künstlerin für das Ornament als stilistisches Mittel und den Mix unterschiedlicher Stile interessiert, veranschaulichen nicht zuletzt ihre Zeichnungen. "Landschaft wird mit brennender Kerze überzogen (.. .)" heißt es in einer. Das Malerische klingt da ebenso an wie ein Faible fürs Surreale.

Aufzählung Ausstellung

Luisa Kasalicky – En Suite
Bawag Contemporary, bis 10. April

 

Printausgabe vom Donnerstag, 10. Februar 2011
Online seit: Mittwoch, 09. Februar 2011 17:25:00

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