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Widrich:"Oscar-Gala ist ziemlich fad. Außer man ist nominiert" Wer für einen Oscar nominiert ist, hat hart zu arbeiten. Nicht nur vor der Nominierung, sondern auch danach. Los Angeles/Wien (APA) - Schließlich soll am Tag X, der 2002 auf den 24. März fällt, bei der großen Gala alles glatt gehen. Wie das vorbereitet wird, hat Virgil Widrich, mit seinem Kurzfilm "Copy Shop" Österreichs Vertreter bei der 74. Oscar-Verleihung, soeben bei einem dreitägigen Aufenthalt in Los Angeles erfahren, als er beim "Nominees Lunch" der Academy of Motion Pictures Art and Science nicht nur zum Gruppenfoto mit Stars wie Sissi Spacek, Robert Altman, David Lynch, Nicole Kidman und Russell Crowe gebeten, sondern auch in die Spielregeln eingeführt wurde."Laura Ziskin, die Produzentin der Oscar-Show hat jedem eine Sanduhr geschenkt, die genau 45 Sekunden lang läuft. 'This is the maximum time for your acceptance speech. Now practice in your bathroom!' Dann wurde ein Zusammenschnitt der schlechtesten Dankesreden vorgespielt - als Beispiel, wie man es nicht machen soll", so Widrich zur APA. "Die meisten Leute stimmen darin überein, dass die Verleihung selber ziemlich fad ist. Außer man ist nominiert." "Wegen Stau und Security" müsse man bereits um 15.30 Uhr beim Kodak Theatre sein und sich "mit Drinks die Zeit vertreiben. Die Show beginnt um 17 Uhr und dauert ewig. Es gibt dauernd Werbepausen, es herrscht ziemliches Kommen und Gehen." Auch über das, was passiert, wenn man gewinnt, die Dankesrede jedoch länger als 45 Sekunden dauert, weiß Widrich nun Bescheid: "Dann spielt das Orchester die gefürchtete 'hook music' und vertreibt einen damit von der Bühne. Danach geht man nicht auf seinen Platz zurück, sondern wird in drei Räume geführt: Im ersten Raum wird das offizielle Foto gemacht. Im zweiten Raum machen hunderte Fotografen ihre eigenen Fotos. Im dritten Raum sind 100 Journalisten und schreien einem Fragen zu. Dann geht man in der nächsten Werbepause wieder auf seinen Platz. Oder man sitzt noch immer dort, weil man nicht gewonnen hat. Am nächsten Tag wird den Gewinnern der Oscar übrigens wieder abgenommen - er muss erst graviert werden." Da hat man den von Wolfgang Puck gecaterten "Governors Ball" bereits hinter sich. Auch über die realen Auswahl-Mechanismen der Academy weiß Widrich nun besser Bescheid: Alles hängt von der "short film branch" ab, einer Gruppe von 300 Mitgliedern der Academy, die offizielle Kurzfilmer sind. Diese würden keineswegs nur die Filme nominieren: "Da sich die anderen kaum für den Kurzfilm interessieren kann man sagen, dass die 'short film branch' auch bestimmt, wer den Oscar kriegt." Eine andere Sache sei übrigens glücklicherweise wieder versandet, meint Widrich: "Vor ein paar Jahren wollten die 'Großen' übrigens den Kurzfilmoscar abschaffen, weil 'wer braucht denn des?'. Kennen wir doch von wo..." 2002-03-14 10:56:53 |