| Salzburger Nachrichten am 28. Juni 2003 - Bereich: kultur
Hussleins Zeit für Kärnten
Kuratorin für ein neues Museum moderner Kunst, das Sonntag öffnet
KLAGENFURT (SN-m.b.). "Museum Moderner Kunst Kärnten": Vier Worte, die in verschiedene Richtungen weisen, in unterschiedlichen perspektivischen Verzerrungen geschrieben. Mit diesem Corporate Design präsentiert sich in Klagenfurt das neue Museum, das morgen, Sonntag, offiziell eröffnet wird. Das "MMKK" befindet sich an jenem Ort, wo Arnulf Rohsmann die Kärntner Landesgalerie geleitet hat, die in der Diktion von LH Jörg Haider (FPÖ) als "etwas Altbackenes galt, das nie funktioniert hat". In der Einladung wird Agnes Husslein, Direktorin des Salzburger Rupertinums, als interimistische "MMKK"-Direktorin bezeichnet. Sie legt aber Wert auf die Feststellung, dass sie nur für 2004 als Kuratorin tätig sein wird. Für die ständige Leitung wird die Ausschreibung eines "Museumsmanagers" vorbereitet. Das neue Museum, das insgesamt über Ausstellungsflächen von rund 1500 Quadratmetern verfügt, versteht sich als "Ausstellungs-, Aktions- und Diskussionsraum für internationale Phänomene moderner und zeitgenössischer Kunst". In dem in der Klagenfurter Innenstadt situierten Haus sollen sowohl bildende Kunst, Fotografie, Design, Architektur, Musik, Neue Medien, Performances präsentiert werden, zum Auftakt ist die von dem US-Künstler Alex Katz gestaltete Ausstellung "Cutouts" zu sehen. In Vorbereitung ist eine Programmschiene "Doppelspiel", sie soll jeweils zwei Kärntner Künstler unterschiedlicher Generationen zusammenführen. Für die erste Reihe "Folgen" wurde der Wiener Museumsexperte Dieter Bogner als Kurator verpflichtet. Husslein wird 2004 das Großprojekt "Eremiten - Kosmopoliten - Moderne Kunst in Kärnten 1900 bis 1955" durchführen. Zur Überblicksschau in Klagenfurt werden Spezialthemen in den Künstlerorten Nötsch und Bleiburg gezeigt. In einem Interview mit der Kärntner Kunstzeitung "Die Brücke" kritisiert Husslein, dass in der alten Landesgalerie zu wenig passiert sei: "Es wurde mehr auf die Sammlung Wert gelegt als auf thematische Schwerpunkte und deren Vermittlung."
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