Salzburger Nachrichten am 19. Dezember 2005 - Bereich:
2006 wird auch Sigmund Freud-Jahr

"Viel Freud mit wenig Mozart" heißt es 2006 in der Kulturpolitischen Sektion des Außenministeriums. Denn gerade im Ausland stehe die österreichische Kunst immer im Zentrum der Kulturvermittlung, wogegen die Wissenschaft das Nachsehen habe. Zum 150. Geburtstag Sigmund Freuds am 6. Mai wolle man daher des Begründers der Psychoanalyse mit rund 100 internationalen Veranstaltungen gedenken.

Federführend agieren dabei das Sigmund Freud Museum, die Sigmund Freud Gesellschaft, und die Sigmund Freud Privatstiftung. Daher habe man als Motto "Die Enthüllung des 21. Jahrhunderts" gewählt, und als spektakuläres symbolisches Zeichen sollen die weltweiten österreichischen Kulturforen am 5. und 6. Mai zwei Tage lang in "Sigmund Freud Institute" umbenannt werden, erklärte der Leiter der Auslandskultur Emil Brix. In sämtlichen Foren wird das "Sigmund Freud Manifest" als Poster affichiert werden, das vom Philosophen Peter Kampits verfasst wurde.

Ein wesentliches Projekt des Gedenkjahres ist die Ausstellung "Freud Cartoons 2006", in der Karikaturen aus dem Magazin "New Yorker" seit 1928 präsentiert werden. Erste Station der Wanderschau ist das Museum of the City of New York im April. Eine weitere Ausstellung zu Freud findet ab Juni im italienischen Gorizia statt, wo am 11. März auch eine Tagung zur "Aktualität und Inaktualität" abgehalten wird. Geplant ist auch eine Schau über Österreichs Art Brut-Szene. "Kunst von innen oder: Von der Kraft des Unbewussten".

Das Sigmund Freud Museum, wo derzeit als Auftakt zum Freud-Jahr die Schau "Künstler aus Gugging" zu sehen ist , zeigt seine Sammlung zeitgenössischer Kunst ab April in verschiedenen amerikanischen Städten. In Wien gibt es die Sonderausstellung "Die Couch: Vom Denken im Liegen". Dabei soll es um die Entstehung des psychoanalytischen Szenarios gehen, wie auch um "Bedeutung und Funktion im Wandel der Zeit" des Möbels.