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Pendant zur Sommerakademie

24.08.2007 | SN
Die Sommerakademie inspirierte den Ägypter Mohamed Abla, in seiner Heimat ein Gegenstück ins Leben zu rufen: die Winterakademie.

ALTSTADT (saha). "Ich hatte die Idee für eine Winterakademie im vergangenen Jahr, als ich das erste Mal auf der Festung Hohensalzburg unterrichten durfte", erzählt Mohamed Abla. Nach einer kurzen Entwicklungsphase feierte sie im Jänner dieses Jahres Premiere. Als Veranstaltungsort wählte der 53-Jährige die Stadt Fayum. Diese befindet sich etwa 90 Kilometer südwestlich von Kairo, liegt 24 Meter über dem Meeresspiegel und hat knapp 330.000 Einwohner.

Abla, der in der Schweiz Grafik studierte und daher perfekt Deutsch spricht, zieht positive Bilanz: "Es nahmen insgesamt 23 Studenten an der Akademie teil, vier davon aus Österreich. Wir haben diese Zeit sehr genossen". In Salzburg unterrichtet der Künstler zum zweiten Mal. "Frau Barbara Wally (Anm.: Direktorin der Sommerakademie) wollte einen künstlerischen Aspekt aus dem Orient in das Projekt mit einbringen und hat mich daher kontaktiert." Neben der Malerei bilden Straßeninterviews, bei denen Leute gefragt werden, was sie von Kunst halten, und Video- beziehungsweise Medienprojekte den Kernpunkt seines Kurses. Assistent Markus Proschek ist von seinem Professor sehr angetan: "Herr Abla versucht immer den sozialen Ansatz in der Kultur zu finden. Er ist kritisch, lässt aber andere Meinungen gelten." In der Mentalität zwischen Ägyptern und Österreichern sieht Abla große Unterschiede: "Meine Landsleute sind offener, hierzulande sind die Leute zurückhaltend und werden erst mit der Zeit umgänglicher." An Salzburg schätzt er vor allem die Natur, "ich mag die Berge, das ist für mich ungewohnt, da in Kairo alles flach ist", schmunzelt der Künstler.

Neben der Sommerakademie in Salzburg hatte Abla auch Gastauftritte in Deutschland und Schweden. Ein Leben in Europa kann er sich nicht mehr vorstellen. "Ich wohne mit meiner Frau Christina, eine Schweizerin, und meinen beiden Kindern Nura und Ibrahim in Kairo." Dabei hat er sich ein Ziel gesetzt: "Ägypten hat eine lange kulturelle Tradition, die aber zu wenig Beachtung findet. Ich versuche daher, einen Beitrag zur Förderung dieser zu leisten. Ich merke bereits, dass das Interesse zunimmt."

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