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13.10.2001 - Kultur News
Rektor Boris Groys geht ohne große Schelte
Wiens Akademie der bildenden Künste verliert ihren Rektor, der keine Karenzierung von seiner deutschen Professur erlangen konnte.


"Ich beschuldige niemanden, aber mein Entschluß ist unwiderruflich." Was sich seit Monaten abzeichnete, wurde am Freitag bestätigt: Boris Groys, Rektor der Akademie der bildenden Künste, konnte keine Karenzierung von seiner Professur an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe erreichen. Daher tritt er mit 1. Dezember wieder seinen Dienst in Deutschland an.

Die seit Groys' Amtsantritt im März 2001 in der neuen Organisationsform arbeitende Kunstakademie wird die mit rund 110.000 Schilling brutto monatlich dotierte Rektors-Position ausschreiben. Bis ein neuer Rektor bestellt ist, amtiert Groys' Stellvertreter Michael Herbst.

Er habe sich unter der Voraussetzung, daß er karenziert werde, in Wien beworben, betonte Groys. Der Kulturminister des Landes Baden-Württemberg, Klaus von Trotha, habe ihm die Beurlaubung zugesagt. Als Groys nach seiner Berufung nach Wien die Freistellung einforderte, habe Trotha unter Hinweis, daß diese nicht im Interesse des Landes Baden-Württemberg liege, abgelehnt - und sei selbst am nächsten Tag zurückgetreten. Er sei 54, sagte Groys, die Rückkehr in eine Professur auf Lebenszeit, die ihm versprochen worden sei, letztlich ungewiß, weil er die Altersgrenze dafür überschritten habe. Er verstehe die Haltung des Wiener Bildungsministeriums, das die Beurlaubung in Deutschland verlangt hatte, so Groys: "Trotzdem muß man sich klar werden in Österreich, ob man Leute mit internationalen Verpflichtungen haben will oder einen Administrator, was nicht abwertend gemeint ist." bp



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