"Kunst & Revolte. Archiv Wiener Aktionismus"
13. Februar bis 25. April. MUMOK Factory.
Öffnungszeiten: Di bis So 10 - 18 Uhr, Do 10 - 21 Uhr.

Wien - "Viele Ressourcen sind in diese Sammlungssanierung geflossen, aber jetzt haben wir ein Etappenziel in der Profilierung des Museums erreicht", meinte Edelbert Köb, Direktor des Museums Moderner Kunst Stiftung Ludwig (MUMOK) anlässlich der Pressekonferenz zur ergänzten Sammlung zum Wiener Aktionismus. Erweiternd zur permanenten Aktionismus-Präsentation gibt das MUMOK bis zum 25. April unter dem Motto "Kunst & Revolte" Einblick in die Bestände an Archivalien zum Wiener Aktionismus.
Archivalien zum "geistig-intellektuellen Hintergrund"
Im vergangenen November hatte das MUMOK große Teile der Sammlung Friedrichshof, die vor allem Materialien zu Otto Mühl, Günter Brus und den Gemeinschaftsaktivitäten der Wiener Aktionisten enthält, erworben, im Jänner dieses Jahres kam es durch Schenkungen von Brus und Hermann Nitsch in den Besitz von Fotoserien zu den Aktionen. In der so genannten Factory, angrenzend an die Ausstellungsräume auf Ebene 1, zeigt das MUMOK nun Archivalien zum "geistig-intellektuellen Hintergrund" der Aktionskunst, so Kuratorin Eva Badura-Triska.
Die ausgestellten Plakate, Einladungen, Flugzettel, aber auch Tagebücher und literarische Materialien haben neben ihrem dokumentarischen Charakter zumeist auch eine hohe ästhetische Qualität. Zahlreiche Briefe Mühls an seine Freundin Erika Stocker dokumentieren neben Konzepten seiner Arbeit auch banale Alltagsbruchstücke.
Beitrag leisten
Bereits seit Mitte der achtziger Jahre hatte das MUMOK Nitsch-Manuskripte, den Nachlass Rudolf Schwarzkoglers und Fotos Ludwig Hoffenreichs erworben. "Jetzt sind wir das führende Kompetenzzentrum für Forschung zum Wiener Aktionismus und können einen wichtigen Beitrag leisten zum Verständnis dieser komplexen Kunstform, die die internationale Avantgarde maßgeblich geprägt hat", so Koeb. Nitsch freute sich zwar über die Ausstellung, betonte aber: "So sehr Vergangenheit sind wir noch nicht!" Am 31. Juli plant er sein nächstes Orgien Mysterien Theater auf Schloss Prinzendorf.
Die Ankäufe dürften die vorerst letzten des MUMOKs sein, wie Koeb sagte: "Für die kommenden zwei Jahre sind wir handlungsunfähig." Langfristige Zahlungsverpflichtungen binden das Budget. Die nächsten möglichen Akzente im Ankauf sollen aber sicher der Gegenwartskunst gelten. (APA)