26. April 2006

Künstler präsentieren in Schloss Büchsenhausen Projektarbeiten

Hoch zu Schloss Büchsenhausen lassen sich Künstler aus aller Welt von Innsbruck inspirieren.

Artikeltext: Miks schlürft Kaffee und isst ein Semmerl. Miks sitzt auf einer Parkbank, betrachtet seine Füße und schlendert weiter - durch Innsbruck, seine kurzzeitige Wahl- und Arbeitsheimat.

"Ich habe versucht, Momente festzuhalten, die man sonst viel zu schnell vergisst", meint der Artist in Residence, der für sein Projekt "Forgotten Moments" Zukunftsgedanken ausklammerte, und sich stattdessen auf die gelebte Gegenwart konzentrierte.

Moment-Aufnahmen

Drei Monate lang tauschte der Künstler aus Lettland sein Zuhause in Riga gegen die Weltstadt in Tirol - und tüftelte im Künstlerhaus Büchsenhausen an den vergessenen Momenten, die jetzt in Form von Fotos an einer ehemals weißen Wand hängen.

Entstanden ist eine Kollektion von Erinnerungen, die gesamt oder einzeln betrachtet werden können. Ein Ventilator verleiht Miks' konservierten Innsbruck-Memories noch dazu frischen Wind. Soll heißen: Die künstliche Brise wirbelt hie und da eines der Bilder zu Boden - und beschert der Erinnerungs-Wand somit neue Perspektiven.

Ergänzt werden die "Forgotten Moments" durch eine 15-minütige Video-Arbeit, die den Künstler beim Erklimmen eines Berges zeigt - und als Antwort auf Miks' Frage nach dem Glück interpretiert werden kann.

Die Welt ist nicht genug

Ralo Mayer spaziert an Miks Momenten vorbei - und schnurstracks auf seine Arbeiten zu. Auch der Wiener war zwölf Wochen lang Innsbrucker, genauer gesagt Büchsenhausener. Seinen Stipendium-Aufenthalt nutzte er, um Modellen und Miniaturen auf den Grund zu gehen. Das Ergebnis nennt sich "How To Do Things With Worlds" und bietet kleine und große Hingucker.

Wobei das Mini-Projekt, bei dem sich Ralo als Autor probierte, noch nicht ganz fertig ist. Gemeinsam mit dem Comic-Zeichner Martin Udovivic bastelte der Science-Fiction-Fan an einer utopischen Story, die so klingen soll, als sei sie in den 50er-Jahren entstanden. Jetzt muss das Werk nur noch als Miniatur-Buch gebunden werden.

Eingleisig

Dafür ist das Maxi-Produkt schon besuchertauglich. Auf einem - von der Firma Egger Floor Products gesponserten - Laminat-Boden baute Ralo das Modell eines Filmsets nach. Und wurde dabei ein wenig von einem Innsbrucker Modelleisenbahn-Sammler inspiriert - kein Wunder also, dass auch durch Büchsenhausen eine Schiene verlegt wurde. Ohne Zug, versteht sich.

Die dritte im Stipendiaten-Bunde ist Anna Schober, die ihren Innsbruck-Aufenthalt für Recherche-Arbeiten zum Thema "Pornografie und Avantagarde" nutzte - und ihre Erkenntnisse dazu heute Abend (19 Uhr) in einem Vortrag präsentiert, der den Untertitel "Zur Verkettung der Bilder" trägt. Die Installationen von Miks Mitrevics und Ralo Mayer können übrigens nicht nur heute Abend, sondern auch von 26. bis 29. April (16 bis 19 Uhr) auf Schloss Büchsenhausen besichtigt werden.

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Autor: Von Christiane Fasching
Quelle: NEUE
 
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