Künstler präsentieren in Schloss Büchsenhausen
Projektarbeiten
Hoch zu Schloss Büchsenhausen lassen sich
Künstler aus aller Welt von Innsbruck inspirieren.
Artikeltext: Miks schlürft Kaffee und isst ein
Semmerl. Miks sitzt auf einer Parkbank, betrachtet
seine Füße und schlendert weiter - durch
Innsbruck, seine kurzzeitige Wahl- und
Arbeitsheimat.
"Ich habe versucht, Momente
festzuhalten, die man sonst viel zu schnell
vergisst", meint der Artist in Residence, der für
sein Projekt "Forgotten Moments" Zukunftsgedanken
ausklammerte, und sich stattdessen auf die gelebte
Gegenwart konzentrierte.
Moment-Aufnahmen
Drei Monate
lang tauschte der Künstler aus Lettland sein
Zuhause in Riga gegen die Weltstadt in Tirol - und
tüftelte im Künstlerhaus Büchsenhausen an den
vergessenen Momenten, die jetzt in Form von Fotos
an einer ehemals weißen Wand hängen.
Entstanden ist eine Kollektion von
Erinnerungen, die gesamt oder einzeln betrachtet
werden können. Ein Ventilator verleiht Miks'
konservierten Innsbruck-Memories noch dazu
frischen Wind. Soll heißen: Die künstliche Brise
wirbelt hie und da eines der Bilder zu Boden - und
beschert der Erinnerungs-Wand somit neue
Perspektiven.
Ergänzt werden die
"Forgotten Moments" durch eine 15-minütige
Video-Arbeit, die den Künstler beim Erklimmen
eines Berges zeigt - und als Antwort auf Miks'
Frage nach dem Glück interpretiert werden
kann.
Die Welt ist nicht
genug
Ralo Mayer spaziert an Miks
Momenten vorbei - und schnurstracks auf seine
Arbeiten zu. Auch der Wiener war zwölf Wochen lang
Innsbrucker, genauer gesagt Büchsenhausener.
Seinen Stipendium-Aufenthalt nutzte er, um
Modellen und Miniaturen auf den Grund zu gehen.
Das Ergebnis nennt sich "How To Do Things With
Worlds" und bietet kleine und große Hingucker.
Wobei das Mini-Projekt, bei dem sich Ralo
als Autor probierte, noch nicht ganz fertig ist.
Gemeinsam mit dem Comic-Zeichner Martin Udovivic
bastelte der Science-Fiction-Fan an einer
utopischen Story, die so klingen soll, als sei sie
in den 50er-Jahren entstanden. Jetzt muss das Werk
nur noch als Miniatur-Buch gebunden
werden.
Eingleisig
Dafür ist
das Maxi-Produkt schon besuchertauglich. Auf einem
- von der Firma Egger Floor Products gesponserten
- Laminat-Boden baute Ralo das Modell eines
Filmsets nach. Und wurde dabei ein wenig von einem
Innsbrucker Modelleisenbahn-Sammler inspiriert -
kein Wunder also, dass auch durch Büchsenhausen
eine Schiene verlegt wurde. Ohne Zug, versteht
sich.
Die dritte im Stipendiaten-Bunde ist
Anna Schober, die ihren Innsbruck-Aufenthalt für
Recherche-Arbeiten zum Thema "Pornografie und
Avantagarde" nutzte - und ihre Erkenntnisse dazu
heute Abend (19 Uhr) in einem Vortrag präsentiert,
der den Untertitel "Zur Verkettung der Bilder"
trägt. Die Installationen von Miks Mitrevics und
Ralo Mayer können übrigens nicht nur heute Abend,
sondern auch von 26. bis 29. April (16 bis 19 Uhr)
auf Schloss Büchsenhausen besichtigt
werden.