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| 07.12.2006 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Österreichische Galerie: Freier Eintritt einmal im Monat | ||
| Das wünscht sich der scheidende Direktor Gerbert Frodl. Er zog Bilanz. Das Museum hat Reserven, braucht aber trotzdem Geld. | ||
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"Das
Feld ist bestens bestellt." Gerbert Frodl, Direktor der
Österreichischen Galerie (ÖG), tritt mit Jahresende in den Ruhestand;
Agnes Husslein folgt ihm. Das Museum braucht 2,5 Mio. € mehr
im Jahr, forderte Frodl Mittwoch vor Journalisten. Ursache seien
steigende Kosten und eingefrorene Subventionen. Die ÖG-Bilanz weist
heuer einen Verlust von 300.000 € aus, hat aber drei Mio. €
Reserven und laut Frodl mit 52 Prozent die höchste Eigendeckung
der Museen: "2007 wird es keinen Verlust geben, wenn die Subvention
erhöht wird", sagt er, dafür gebe es verlässliche Zusagen.
"Wenn dir ein Wort auf der Zunge brennt, lass es
brennen", steht an der Tür von Frodls Büro. Still konnte er nicht
bleiben, aber er versuchte, die meiste Zeit, einen gelassenen Eindruck
zu machen, auch wenn einiges los war. 1992 wurde der Kunsthistoriker,
Kustos für das 19. Jahrhundert, aber auch Barock-Spezialist, vom
damaligen Wissenschaftsminister Busek zum Direktor berufen. Im November
1992 brannten die Redouten-Säle, in der Hofburg war die kostbare
Stallburg-Sammlung der ÖG gelagert . . .
In den Neunzigern wurde das Museum saniert und
erneuert, die Insolvenz eines Bauträgers verzögerte die Arbeiten. Nun
will die ÖG expandieren. Die Erste Bank unterstützt den Ausbau des
Museums des 20. Jahrhunderts im nahen Schweizer Garten zu einem
Haus für zeitgenössische Kunst. Die ÖG hat hier eine große Sammlung.
Umbau-Kosten: 12,5 Mio. €.
Der Rechnungshof kritisierte verschwundenes
Inventar: 3500 Exponate. Tatsächlich fehlen 160, was Frodl mit
Kriegsverlusten begründet. Der spektakulärste Restitutionsfall der
II. Republik betraf die ÖG: Fünf Klimt-Gemälde aus der Sammlung
Bloch-Bauer wurden nach einem Sechs-Jahre-Rechtsstreit den Erben
zurückgegeben. Hat Frodl es geahnt? "Daran gedacht habe ich immer
wieder."
Albertina-Chef K. A. Schröder wollte die
Grafische Sammlung und die ÖG fusionieren. "Daran hat mich nichts
gereizt", bemerkt Frodl trocken. Was passiert, wenn nicht mehr Geld vom
Staat kommt? "Dann müssten die Leistungen radikal reduziert werden",
droht Frodl. Etwa: Öffnungszeiten, Führungen, Publikationen etc. Gratis
in die Museen? "Nein. Aber einen Sonntag im Monat bei freiem Eintritt,
das hätte ich gern." bp
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