Wer will schon im August noch durch die dann friedlich darniederliegende Kasseler Karlsaue wandeln, um Roger Buergels Lustprinzip zu dechiffrieren, wer will schon Anfang September allein durch die Giardini von Venedig latschen und traurig devastierte Reste einst mehrspuriger Multimediainstallationen aufstöbern. Und wer schließlich wagt sich ganz ohne Tross bis nach Münster hoch. Eben. Und vorher ist mit Ausruhen auch nichts.
Zwischen der neuen Messe duesseldorf contemporary und jener von Brüssel, die gemein gleichzeitig ihr 25-jähriges Jubiläum feiert, gilt es ebenso abzuwägen, wie man jetzt nicht genau weiß, ob man zur Neupräsentation der Sammlung Pinault im Palazzo Grassi reisen soll oder doch lieber nach Island zur Präsentaion von Roni Horns Library of Water. Oder ob man nicht doch eher - und dort hat neulich frühmorgens all das ein enormes Durcheinander im visuell strapazierten Kopf angerichtet - einfach in der Londoner National Gallery bleiben soll, um dort, inmitten von Renoirs Landschaften, endlich zu schlafen. (mm/ DER STANDARD, Printausgabe, 29.03.2007)