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Heiligenkreuzerhof: Fons Matthias Hickmann

Ideen und scharfer Humor

Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer

Debattieren Sie mit!Die Universität für angewandte Kunst zeigt im Heiligenkreuzerhof bis 27. Juli unter dem Titel "Displace yourself !" Arbeiten ihres neuen Professors für Grafik und Design Fons Matthias Hickmann. In der Sala terrena sind zusätzlich experimentelle Multimediawerke der Studenten des Künstlers aus Wien und Dortmund zu verschiedenen sozialen und politischen Themen installiert. In der Gestaltung der barocken Räume unterstützte Petra Knyrim mit ihrem Büro für Ausstellungsdesign NowakTeufelKnyrim.
Es ist wohl berechtigt, dass die Werke Hickmanns zu den innovativsten in Europa gezählt werden; auch seine politischen Statements und die Plakatarbeit für Pfarrer Thorsten Nolting und dessen Labor für Soziale und Ästhetische Entwicklungen in Düsseldorf zeigen ihn nicht nur in neuesten Monitortechniken vorneweg voll Idee und scharfem Humor.
Mit den Studenten hat er auch eine Schriftarbeit für den Sollenhofer Boden im Refektorium entwickelt, die sich den schwierigen Bedingungen anpasst; er kam auch auf die Idee, die verhängten Fenster im hinteren Raum zu öffnen und den Blick auf den tristen Hinterhof mit seinen affichierten Theaterplakaten zu verändern. Seinen Stationen als Lehrer von Essen über Dortmund nach Wien steht ein ambitioniertes Büro in Berlin zur Seite, das u. a. Corporate Design, Entwicklung, Buch- und Plakatgestaltung und digitale Medien bedient - ein Raum der Schau widmet sich in schmalen Vitrinen auch dieser Vielfalt, die ihm bereits eine stattliche Anzahl an Preisen eingebracht hat.
Die Plakate sind im Hauptraum an Schnüren gehängt und eine große Arbeit widmet sich "Error T" - zusammengefügt im Endlosrapport (hier nur zwei großformatige Fotobilder) eines startenden Kampfjets wird daraus "Terror" in Anspielung auf den 11. 9. 2002 und seine Folgen. Aktualität, gute Ausstellungsgestaltung und jede Menge interessante ikonografische Bildmetaphern, wie z. B. in den Konzertplakaten, machen den Besuch zum Genuss.

Erschienen am: 16.07.2002

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