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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
26. Jänner 2007
14:42 MEZ
Architekt Viktor Hufnagl gestorben
Der Oberösterreicher machte sich vor allem im Schulbau einen Namen

Wien - Der österreichische Architekt Viktor Hufnagl ist am Dienstag (23. Jänner) im 85. Lebensjahr in einem Wiener Krankenhaus an den Folgen eines grippalen Infekts gestorben. Dies teilte die Architektenkammer für Wien, Niederösterreich und Burgenland mit. Die Architekturszene verliere mit Hufnagl einen Wegbereiter des modernen Schulbaus, der in den siebziger Jahren als "moralisches Gewissen" der Wiener Baukultur galt.

Vizepräsident Peter Pircher nannte Hufnagl in einer Aussendung einen "Humanisten mit einem philosophischen Zugang zur Architektur, der keine Star-Allüren, sondern immer das große Ganze im Auge hatte. Das Potenzial seines Werkes ist noch lang nicht ausgeschöpft".

Werdegang

Hufnagl wurde am 13. August 1922 in Neukirchen bei Altmünster geboren. Er studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Clemens Holzbauer und war seit 1956 als freischaffender Architekt tätig. Eines seiner zentralen Themen war der Schulbau, der für Hufnagl Hand in Hand mit einem intensiven pädagogischen und didaktischen Diskurs ging. Der Architekt gestaltete ein System der "Hallenschule" mit großen, quadratischen und gut belichteten Räumen. Auch die "Zentralgarderobe" verdanken die Schüler Hufnagls Initiative. Zu seinen Schulbauten zählen etwa die Hauptschule Strobl am Wolfgangsee, die Volksschule Bad Ischl, die Hauptschule Altmünster oder die Schulanlage Wörgl.

Das zweite Anliegen Hufnagls galt dem Wohnbau, dem er in Tradition des "Roten Wien" Urbanität durch Höfe, beidseitige Belichtung, Verkehrsfreiheit und Terrassen bieten wollte. Zu seinen bedeutenden Wiener Wohnhausanlagen gehören jene Am Schöpfwerk, in der Gerasdorferstraße, Brünnerstraße und Zschokkegasse. Hufnagl war Ehrenmitglied des Wiener Künstlerhauses und erhielt 1997 den oberösterreichischen Landeskulturpreis. Er beeinflusste viele nachkommende Architekten, wie etwa Otto Häuslmayer, Manfred Nehrer oder Boris Podrecca. (APA)


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