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| 19.12.2005 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Galerien: Bleich-Rossi und Augustin | ||
Galerie Bleich-Rossi: RitualeKalin Lindenas Arbeiten beanspruchen "nie einen Zustand der Endgültigkeit", befand die Jury, die Lindena erst unlängst den 10.000-Euro-Kunstpreis "junger westen" verlieh. Derzeit nimmt sie Paul Klees Bild "Der Schöpfer" von 1934 zum Ausgangspunkt. Und auch ihr geht es dabei wie einst Klee nicht um sakrale Fragen. Dennoch: einem Mythos wird gehuldigt, nämlich dem des Künstlers als individuellem Schöpfer, der sich selbst stets neu erfindet. Dementsprechend ritualhaft muten einzelne Arbeiten an. Kostüme etwa: An die Wand drapiert erinnern sie an alte abgestreifte Haut oder an Kokons - die Raupe wird zum Schmetterling. Das Thema des Werdens und Vergehens wiederholt sich
collagenhaft in den Zeichnungen und Objekten, die, mitunter in Vitrinen
arrangiert, so manchen Ethnologen ins Grübeln versetzen könnten (1000 bis
5000 Euro). Richtig schamanisch wird es dann aber in Lindenas Film, oder
wie die Künstlerin selbst sagt, ihrer Dokumentage. Hier fließen nicht nur
sämtliche ihrer künstlerischen Versatzstücke zusammen, sondern Lindena,
die Schöpferin, tanzt . . . den Schmetterlingstanz? (Bis
19. 1., Bürgergasse 4/II, 8010 Graz) Galerie Augustin: Bunter MixJörg Döring würde gut in die Ausstellung "Superstars" passen, die derzeit in der Kunsthalle Wien und im BA-CA Kunstforum zu sehen ist: Marilyn Monroe ist nämlich das Sternchen sämtlicher seiner schrillen Siebdrucke (1500 Euro). Sensibel dagegen Claudia Doucets transparente Farbfelder, in die sie stilllebenartige Skizzen ritzt. Schlanke Frauengestalten im Stil von Tamara de Lempicka bringt Ekaterina Moré aufs Tableau. Bernhard Vogel nimmt in seinen Mischtechniken die Dynamik von New York City ins Visier und Alfred Bachlehner befasst sich in seinen Stillleben nicht nur ganz traditionell mit "Kapern, Oliven, Rotwein"; beeindruckender als diese sind seine gemalten kleinformatigen Filmstills: Erinnerungen an Highlights wie "Buena Vista Social Club" und "Taxi Driver" werden dadurch wachgerufen (660 Euro). Jolanda Richter kann von all den ausgestellten
Künstlerpositionen bestimmt am besten malen. Doch von dem, was uns im Hier
und Jetzt bewegt, sind die aus der Antike entsprungenen nackt tanzenden
Frauenfiguren leider weit entfernt. Aber sind die Malereien von Christine
Gallmetzer etwa näher am Heute dran? Ein Bild, auf dem sich eine Person
auszieht, "Auszieher" zu nennen, ist nicht unbedingt originell, der
flächige Malstil aber überzeugend. Die herausfordernste Position dieser
Schau ist Peter Semlitsch (1600-2400 Euro). Den Frauenkörper verhandelt er
als hölzernes, starres Objekt und bietet damit eine Projektionsfläche für
psychische Untiefen. Faszinierend und beunruhigend zugleich wird uns hier
eine weibliche Perspektive aus männlicher Sicht präsentiert. (Bis
28. 1., Lugeck 3, Wien 1) Manisha Jothady |
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