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10.07.2006 - Kultur&Medien / Kultur News
Neue Professuren: Machtkampf vor der Rektors-Wahl
VON ALMUTH SPIEGLER
Keine Ruhe am Schillerplatz: Studenten kritisieren restriktive Stimmung und "zur Farce verkommene" Ausschreibungen.

Am Montag geht es in die nächste Runde, da sollen an der Wiener Akademie der bildenden Künste, kurz Schillerplatz genannt, drei wichtige Neubesetzungen bekannt gegeben werden. Im Vorfeld, ausgelöst von den letzten Bestellungen im Frühjahr, hagelt es wieder harsche Kritik an der Vergabe-Politik von Rektor Stephan Schmidt-Wulffen.

In einem anonymen E-Mail aus Studenten-Kreisen (liegt der "Presse" vor), werden schwere Vorwürfe erhoben. Etwa, dass schon vor den Hearings "weithin bekannt war", dass Dorit Margreiter die neu geschaffene Professur für "Video und Videoinstallation" erhalten soll. Vermutet wird, der Rektor habe Margreiter im Hinblick auf die andere Professur sogar "telefonisch den Rückzug ihrer Bewerbung für die Professur Kunst und digitale Medien empfohlen". Was diese per E-Mail auch getan habe.

Die Stelle erhielt im Frühjahr dann überraschend, zwei Tage vor Semesterbeginn, statt des von der Kommission erstgereihten Peter Koglers - der bereits eine mündliche Zusage des Rektors hatte - die drittgereihte Constanze Ruhm.

Was damals für großen Unmut unter den Studierenden sorgte. Im E-Mail wird dieses Procedere als Beispiel genommen, "dass Neuberufungen scheinbar zum Macht-, Wahl- und Überlebenskampf des Rektorats", inklusive Vize Andreas Spiegel, gehören und "anscheinend zur Farce geworden sind". Bis Frühjahr 2007 ist Schmidt-Wulffen bestellt, im Herbst wird wohl ausgeschrieben. Gewählt wird von einem Gremium, das zum Teil aus Professoren besteht.

Die Stimmung wirkt sehr gespannt: "Eine offene Kultur der kritischen Auseinandersetzung scheint (. . .) nicht geduldet, wenn sie nicht in die Linie des Rektorats passt." Akademie-Angehörigen, die "potenziell nicht loyal sind, soll mit Konsequenzen gedroht worden sein, oder sie sind schon entfernt".

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